9. Tiroler Palliativtag – Dimensionen des Verlustes in palliativen Situationen

6. Mai 2014 | von

Am 26. April 2014 fand der 9. Tiroler Palliativtag im Hypo-Center in Innsbruck statt. Er war auch dieses Mal restlos ausgebucht und ein voller Erfolg.

Die Demenz-Expertin Barbara Kleissl zeigte auf, dass Menschen nicht ihr "Person-Sein" verlieren, wenn sie demenzielle oder hirnorganische Veränderungen erleben.

Die Demenz-Expertin Barbara Kleissl zeigte auf, dass Menschen nicht ihr „Person-Sein“ verlieren, wenn sie demenzielle oder hirnorganische Veränderungen erleben.

 

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Die Pflegewissenschaftlerin und Philosophin Doris Pfabigan widmete sich in ihrem Referat dem Thema „Verlust und Scham“ und erinnerte: „Der erkrankte Mensch muss beschämende Details über seine Körperfunktionen und seine Lebenssituation preisgeben.“

 

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Elisabeth Medicus mit Doris Pfabigan (v.l.n.r.)

 

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Der Notfallmediziner Christoph Pechlaner stellte die Frage „Was bleibt der Medizin, wenn sie nicht mehr heilen kann?“ Er plädierte für den Mut, auf belastende medizinische Interventionen zu verzichten, wenn sie keinen Nutzen mehr bringen.

 

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Christoph Gabl, Arzt in der Tiroler Hopsiz-Gemeinschaft, referierte über das Thema: „Wenn Essen und Trinken Leib und Seele nicht mehr zusammenhält“ und führte aus: „Patientinnen und Patienten in dieser fortgeschrittenen Lebensphase haben überwiegend keinen Appetit, ein ausgeprägtes Sättigungsgefühl, und essen daher wenig bis gar nichts. Da dies sowohl die Erkrankten als auch deren Angehörige sehr bedrückt, bedarf es ausführlicher Aufklärungsgespräche, die häufig zur Entspannung führen. Künstliche Zufuhr von Ernährung bringt keinerlei Vorteile bezüglich Lebenszeit oder Lebensqualität, sie belastet ganz im Gegenteil den sterbenden Organismus.“

 

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„Der Trauerprozess als universelle Reaktion auf Verluste“ war das Thema von Gerhard Medicus, Psychiater im LKH Hall. Er schilderte und zeigte Trauer- und Bestattungsrituale in verschiedenen Teilen der Welt.

 

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Abschließend entwickelte die Hospizpionierin Martina Kern aus Bonn ihre Thesen zum Themenkreis „Schauen Sie mich doch an, wie sehe ich dann aus? – Umgang mit dem veränderten Körperbild bei schwer kranken und sterbenden Menschen“. Sie ermutigte die Betreuenden, auch das Thema Sexualität mit schwer kranken Menschen zu besprechen und schloss mit einem Satz von Seneca: „Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

 

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Der Büchertisch der Tyrolia wurde stark frequentiert.

 

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Die zufriedenen Veranstalterinnen: Elisabeth Medicus und Sonja Prieth (v.l.n.r.)

Wir danken der Hypo-Tirol Bank für die Unterstützung!

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