Dieses Thema betrifft uns alle: Wie möchten wir leben – und wie begleitet werden, wenn das Leben einmal zu Ende geht? Viele Menschen verbringen ihre letzte Lebenszeit im Pflegeheim. Damit diese Zeit von Würde, Achtsamkeit und Mitgefühl geprägt ist, fiel am 03. März 2026 im Sozialzentrum Kössen-Schwendt der Startschuss für das Projekt „Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim“ (HPCPH).

Nach den herzlichen Begrüßungsworten von Heimleiter Pepi Hörfarter und Pflegedienstleiterin Doris Hautz sorgte Maria Ritter mit zarter Harfenmusik für einen stimmungsvollen Rahmen – ein schöner Auftakt für das Projekt. Anschließend wurden Ziele, Nutzen und Ablauf vorgestellt: In den kommenden zwei Jahren werden rund 80% aller Mitarbeiter:innen des Sozialzentrums in zwei intensiven 36-Stunden-Workshops geschult. Ziel ist es, Fachwissen zu vertiefen, Sensibilität zu fördern und neue Entwicklungsfelder zu entdecken.
Deutlich wurde: Dieses Projekt betrifft alle, die mit dem Haus in Berührung kommen –Bewohner:innen, An- und Zugehörige, Mitarbeiter:innen aus allen Bereichen im Sozialzentrum, Ehrenamtliche sowie externe Sytempartner:innen wie z.B. Hausärzte und Hausärztinnen, das mobile Palliativteam, Ausbildungseinrichtungen sowie Bestatter.

Besonders berührend war die Präsentation der Palliativgruppe, die anhand des heiminternen Wertebaums ihre Vision vorstellte. Auf liebevoll gestalteten Blättern fanden sich Gedanken wie „Ein Lächeln, ein Gespräch, eine helfende Hand – das macht jeden Raum zum Zuhause“ oder „Du zählst, weil du du bist, und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben.“ Der Ahornbaum wurde so zum Symbol für Wachstum, Entwicklung und Zusammenhalt.
Mit einem engagierten Appell lud die Palliativgruppe alle Kolleg:innen ein, sich einzubringen, mitzudenken und die Hospizkultur im Haus aktiv mitzugestalten.
Anschließend fand Bürgermeister Reinhold Flörl wertschätzende Worte und betonte die Bedeutung des Projekts für die Gemeinden.
Zum Abschluss wurde eine ermutigende Botschaft vom Team der Sodiwi (Sozialen Dienste Wipptal) aus dem kürzlich abgeschlossenen HPCPH-Projekt im Annaheim Mühlbachl übergeben:
„Glückwunsch zu der Entscheidung, den Prozess zu beginnen. Jeder große Erfolg beginnt mit dem Mut, anzufangen. Auch wenn es mal schwer oder zäh wird – bleibt dran. Kleine, stetige Schritte führen zum Ziel. Vertraut auf die Richtigkeit der Entscheidung und feiert jeden Fortschritt. Ihr werdet sehen, es werden wunderbare Veränderungen eintreten.“

Bei Getränken und Häppchen ging der Abend in einen offenen, lebendigen Austausch über.
Ein gelungener Auftakt einer zweijährigen Reise, in der Menschlichkeit, Fürsorge und Lebensqualität im Sozialzentrum Kössen-Schwendt im Mittelpunkt stehen.
Sylvia Jöbstl, Barbara Kleissl
HPCPH Prozessbegleiterinnen
Tiroler Hospiz-Gemeinschaft