Ein herzliches Griaß enk von mir. Christian Sint, der Seelsorger von der Palliativstation im Hospizhaus, hat mich gefragt, ob ich einen Impuls zur Adventzeit geben kann. Das freut mich sehr und es ist mir wirklich auch eine Ehre, dass ich meine Gedanken mit euch teilen darf. Wofür es sich lohnt zu leben…… Für mich ganz persönlich?Dazu ganz kurz ein Teil meines Lebens: Ich habe 2002 die Diagnose erhalten, dass ich an einer chronischen Lymphatischen Leukämie erkrankt bin. Seit diesem Augenblick ist mir bewusst, wie zerbrechlich alles sein kann und, dass jeder Tag ein Geschenk ist.

Ich habe mein Leben in Gottes Hände gelegt und spüre, dass er mich trägt – er trägt mich durch Rückfälle, durch Zweifel, aber auch durch all die Momente in denen dann die Zuversicht wieder wächst. Ich lebe bewusst, dankbar und mit einem gewissen Frieden im Herzen. Und ich lebe für all die Menschen, die mich liebhaben und an mich glauben, für meine Familie, meine Freunde. Und ganz ehrlich – auch für mich.
Das Leben ist wertvoll und ich nehme jeden neuen Tag dankbar an. Und all dies hilft mir auch sehr bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit hier im Haus – manchmal verstehe ich unsere Gäste ganz gut und eben auch durch meine persönlichen Erlebnisse. Aber das nur ganz still uns leise tief in mir drinnen. Und nun noch ein paar Worte an uns alle gerichtet – speziell für uns ‚Hospizler*innen‘: Advent ist eine Zeit des Wartens, aber auch eine Zeit des Erinnerns. Wir werden daran erinnert, dass das Wertvollste im Leben oft leise kommt: ein Blick, ein Händedruck, ein Moment der Nähe. Wenn wir fragen, wofür es sich lohnt zu leben, dann sind es selten die großen Erfolge oder die lauten Augenblicke, die uns einfallen.

Meist sind es die stillen Geschenke: Menschen, die uns wichtig sind. Worte, die uns tragen. Erinnerungen, die uns wärmen. Liebe, die bleibt, auch wenn vieles vergeht. Advent lädt uns ein, diese kleinen Lichter zu sehen – in einem freundlichen Wort, in einem Lächeln, in einem Moment des Friedens. Vielleicht ist das das größte Geschenk dieser Zeit: zu spüren, dass das Leben seinen Wert nicht durch seine Länge bekommt, sondern durch die Tiefe seiner Augenblicke. Und so lohnt es sich wohl für uns alle, zu leben – für jedes Licht, das wir geben und empfangen.

Für jede Spur von Liebe, die wir hinterlassen. Für die Hoffnung, die in uns wohnt und die uns miteinander verbindet. Möge dieser Advent uns daran erinnern, dass jedes Leben voller Wert ist – und dass jeder Moment ein Licht tragen kann. In diesem Sinne noch eine schöne, besinnliche und wertvolle Adventzeit für uns alle.
Martina Klotz, Ehrenamtliche Hospizbegleiterin