Jeder von uns hat seine eigene Geschichte, gerne würden wir Regie dabei führen, die Geschichte lenken. Das Leben jedoch lässt dies nicht immer zu, ganz plötzlich gibt es eine andere Wendung.
Im mobilen Kinder- Hospizteam lernen wir oft Geschichten kennen, wo sich plötzlich von einem Tag auf den anderen Tag alles verändert hat durch eine schwere Erkrankung eines Familienmitgliedes.
Die Sichtweise verändert sich, Prioritäten werden gesetzt, die gemeinsame Zeit wird wichtig, ja es geht um das Leben. Das Leben zu leben, ganz bewusst.
Die ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiter*innen gehen an der Seite von Kindern, Jugendlichen, Familien, gehen deren Tempo mit. Auf diesem Weg ist alles enthalten, Leichtigkeit und Schwere, Lachen und Weinen. Dieser Weg kann gemeinsam begangen werden, wenn Beziehung und Vertrauen entstanden ist.


Jeden Sommer finden wir uns ein zum Verabschiedungsritual, wir gedenken der verstorbenen Kinder, Jugendlicher als auch verstorbener Elternteile.
In diesem Jahr durften auch wir etwas Besonderes erleben, eine Mutter deren Kind vor Jahren verstorben ist, hat uns Einblicke in deren Lebensgeschichte gegeben.
Die Familie ist den Weg des Lebens und des Abschiedes gemeinsam mit Unterstützer*innen gegangen und dabei gab es auch viele Momente, in denen herzlich gelacht wurde.
Wir erinnerten uns danach an all die schönen Augenblicke, die wir mit den Verstorbenen, deren An-und Zugehörigen erleben durften.
Auch wenn der Abschied im Raum stand, ging es um das Leben und ganz viel Normalität im Alltag.
Beim Erinnern wurden die Holzherzen mit Namen der Verstorbenen dem Feuer übergeben und Wünsche, Gedanken haben wir mit Seifenblasen aufsteigen lassen.

Dazwischen umrahmte Susanne das Ritual immer wieder mit Harfenklängen und mit einem gemeinsamen Lied.
Mit in unserem Gedanken auch alle Familien, die gerade den schweren Weg des Abschied Nehmens gehen. Auch für sie ließen wir zum Schluss noch Seifenblasen steigen.
Sabine Hosp
Koordinatorinnen Kinder-Hospizteam