Projektabschluss HPC Mobil

4 Tiroler Sozial- und Gesundheitssprengel haben im März den Turnus 1 des HPC Mobil Projektes feierlich beendet.

„Hospizkultur und Palliative Care in der Mobilen Hauskrankenpflege“ ist ein österreichweites Projekt, das seit Herbst 2023 auch in Tirol umgesetzt wird. Die vier Sozial und Gesundheitssprengel Defereggental-Kals (Bezirk Lienz), Untere Schranne (Bezirk Kufstein), St. Johann-Oberndorf-Kirchdorf und Pillersee (beide Bezirk Kitzbühel) haben nun den zweieinhalbjährigen Prozess erfolgreich beendet und gebührend gefeiert.

Sterben daheim, du bist nicht allein

„Sterben daheim, du bist nicht allein“ – dieser Leitsatz prägt seit Beginn das HPC Mobil Projekt in Osttirol. Für Geschäftsführer und Pflegedirektor Anton Mietschnigg und sein Team steht dabei der Mensch im Mittelpunkt: unnötige Krankenhauseinweisungen vermeiden, An- und Zugehörige stärken und Mitarbeiter:innen Sicherheit im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen geben. Im Verlauf von 30 Monaten wurden rund 30 Themen erarbeitet, die eine würdevolle und ganzheitliche Begleitung am Lebensende ermöglichen. Beim feierlichen Abschluss am 16. März wurden diese Ergebnisse von engagierten Mitarbeiter:innen anschaulich und mit viel Herz vorgestellt –, dargestellt als einzelne Puzzleteile eines großen Ganzen.

Ob spirituelle Begleitung, liebevoll gestaltete Abschiedsrituale, eine Sinneskiste für Angehörige oder ein professionelles Mundpflegeset – jeder Baustein trägt dazu bei, den letzten Lebensabschnitt so würdevoll wie möglich zu gestalten. Als besonders wertvoll wurde der Vorsorgedialog® hervorgehoben – ein Instrument der vorausschauenden Betreuungsplanung, das Klient:innen, Angehörigen sowie Pflegepersonen und Hausärzt:innen gleichermaßen zugutekommt.

Musikalisch umrahmten die „Stubenfliegen“ Monika und Maria den Abend. (im Bild mit der Regionalbetreuerin für das Osttiroler Oberland Marlen Resinger)

Selbst der „Sensenmann“ stattete dem Fest augenzwinkernd einen Besuch ab und würdigte die gute Begleitung der Klient:innen.

Beim gemeinsamen Ausklang wurde deutlich: Im SGS Defereggental-Kals ist man auch am Lebensende nicht allein.

Am Ende des Lebensweges sehen wir den Regenbogen

Die beiden Sozial- und Gesundheitssprengel aus dem Bezirk Kitzbühel – Pillersee sowie St. Johann–Oberndorf–Kirchdorf – feierten am 19. März im Festsaal der Marktgemeinde Fieberbrunn den Abschluss des HPC Mobil Projekts gemeinsam unter dem Motto „Am Ende des Lebensweges sehen wir den Regenbogen“. In ihren Ansprachen würdigten die Obmänner Dr. Helmut Schwitzer und Franz Berger die erfolgreiche Teilnahme und betonten, wie wertvoll diese Zeit für Teams und Klient:innen war. Dagmar Stöckl-Berger, Pflegedienstleiterin des SGS St. Johann, lobte den großen Einsatz ihrer Mitarbeiter:innen und hob den Vorsorgedialog® als zentrales Element hervor. Dieses Instrument der vorausschauenden Betreuung wurde in beiden Sprengeln erfolgreich verankert – und wie wichtig es ist, machte ein berührendes Gespräch mit der Klientin Traudi deutlich.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann hatte sie den Vorsorgedialog® durchgeführt und berichtete im Interview mit HPC Mobil-Prozessbegleiter Philipp Moll von der großen Erleichterung, die daraus entstand.

Ein Schattenspiel vom SGS St. Johann-Oberndorf-Kirchdorf stellte die Arbeit im HPC mobil Projekt auf besondere Art dar.

Stellvertretend für ihre Teams hoben die Palliativbeauftragten Judith Raffler aus dem SGS Pillersee und Anja Gunschl aus St. Johann die Teilnahme an den organisationsübergreifenden Workshops und die Vernetzungstreffen im Hospizhaus als weitere Höhepunkte des Projektes hervor.

Musikalisch begleitet von Andrea Wieser am Klavier und kulinarisch verwöhnt von den Waidringer Bäuerinnen klang der Abend in gemütlicher Atmosphäre aus.

Feierlicher Abschluss in Ebbs

Als letzter der vier Sprengel beging der SGS Untere Schranne am 25. März sein Fest in der neuen Landesmusikschule Ebbs.

Durch den Abend führte Pflegedienstleiterin Andrea Scholz, die sowohl den hohen Einsatz der Mitarbeiter:innen als auch die Herausforderungen im Projektverlauf hervorhob. Rückblickend war sich das gesamte Team einig: Der Aufwand hat sich gelohnt.

Dies wurde auch in den drei Stimmen, die über ihre Erfahrungen der letzten Jahre berichteten, eindrücklich hörbar. Anja Lichtmanegger, Mitglied der Palliativgruppe im Sprengel, erzählte, dass sie anfangs skeptisch war, welchen Mehrwert das Projekt ihr als erfahrener Mitarbeiterin bringen könnte. Besonders die Erarbeitung des Mundpflegesets, der Sinneskiste für die Angehörigen und vor allem der Vorsorgedialog® sind Meilensteine für die bestmögliche Betreuung der Klient:innen. Ihre sehr persönlichen Schilderungen von Begleitungen am Lebensende berührten das Publikum. Andrea Thaler wurde in den letzten Lebensmonaten ihrer Mutter tatkräftig vom Sprengelteam unterstützt und fühlte sich nie allein. Ihre Ansprache war eine emotionale Dankesrede an das ganze Team. Und die Hausärztin Andrea Ganster lobte die gute Zusammenarbeit mit den Pflegekräften aber auch anderen Systempartner:innen aus der Region wie dem MPT Kufstein und dem Pfarrer aufs herzlichste. Die zwei Vernetzungstreffen, die in der Projektlaufzeit stattfanden, trugen maßgeblich zur Identifikation mit HPC in der ganzen Region bei.

Der Abend klang wunderschön musikalisch umrahmt von Andrea und Lotta in gemütlichem Beisammensein aus.

Vertreter*innen aller vier Projektteilnehmer von Turnus 1 HPC Mobil: SGS Defereggental-Kals, SGS Pillersee, SGS St. Johann-Oberndorf-Kirchdorf, SGS Untere Schranne

Die vier Sozial- und Gesundheitssprengel aus Turnus 1 haben gewissermaßen Pionierarbeit geleistet und durch ihr aktives Mitwirken und Mitgestalten zur Weiterentwicklung des Projektes beigetragen. Gestärkt durch diese Erfahrungen startet das Projektteam mit vier weiteren Organisationen der Hauskrankenpflege und Sozial- und Gesundheitssprengeln in den Bezirken Schwaz, Innsbruck-Land und Imst ab April in den zweiten Turnus von HPC Mobil.

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