Mit Herz, Kreativität und Gemeinschaft in den zweiten Turnus von HPC Mobil gestartet

Mit vier Auftaktveranstaltungen in Tirol ist das Projekt HPC Mobil – Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege erfolgreich in seinen zweiten Turnus gestartet. Das zweieinhalbjährige Projekt begleitet seit April 2026 vier Organisationen der Hauskrankenpflege bzw. Sozial- und Gesundheitssprengel auf ihrem Weg, Hospizkultur und Palliative Care noch stärker in ihrem beruflichen Alltag zu verankern. Die Sozialen Dienste Vorderes Zillertal (SDVZ), der Sozial- und Gesundheitssprengel Fritzens-Volders-Baumkirchen, der Sozial- und Gesundheitssprengel Hall-Absam-Gnadenwald-Thaur-Mils sowie die Ötztalpflege GmbH sind in den vergangenen Wochen feierlich in das Projekt gestartet.

Ein Haus voller Wünsche und gemeinsamer Visionen

Im Bild: JürgenJuen-PatriciaPichler-SabrinaFriedl-GabiZiller-MartinaGastl-PhilippMoll

Den Auftakt machte am 20. Mai die Ötztalpflege GmbH im Raikasaal Sautens. Unter dem Motto „Einen Ort zu haben, an dem man ankommen kann, ist ein Zuhause“ entstand im Laufe des Abends ein symbolisches Haus, das die gemeinsame Reise im HPC-Mobil-Projekt sichtbar machte. Das Dach wurde mit den Wünschen und Erwartungen des Teams gedeckt, die Wände mit Fotos aller Anwesenden gestaltet. Die Palliativbeauftragten Martina und Nina luden alle Gäste zur aktiven Auseindersetzung mit unterschiedlichen Fragen ein.

In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre kamen Hausärzte, Vertreter*innen des Mobilen Palliativteams Zams, des Hospizteams Ötztal rund um Susi Riml, die Regionalbeauftragte der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft Sabien Hosp, Vertreter*innen der Alters- und Pflegeheime Oetz und Haiming sowie Kolleginnen aus den Sprengeln Hall und Fritzens-Volders-Baumkirchen miteinander ins Gespräch. Die musikalische Umrahmung durch die Gruppe „soundreich“ aus Längenfeld verlieh dem Abend einen besonders stimmungsvollen Rahmen.

Das gestaltete Häuschen wird die nächsten zwei Jahre im Stützpunkt der Ötztalpflege begleiten und als sichtbares Zeichen für die Entwicklungsschritte im Projekt dienen.

Im Fluss des Lebens

Yvonne und Karoline führen durch den Nachmittag

Nur wenige Tage später, am 26. Mai, lud der Sozial- und Gesundheitssprengel Fritzens-Volders-Baumkirchen zur Auftaktveranstaltung in den Gemeindesaal Baumkirchen. Unter dem Motto „Im Fluss des Lebens“ standen neben der Vorstellung der Palliativbeauftragten Karoline und Manuela vor allem jene Menschen im Mittelpunkt, für die die tägliche Arbeit geleistet wird: Klient*innen sowie deren An- und Zugehörige.

Besonders berührend waren persönliche Briefe und Erfahrungsberichte, die von Teammitgliedern vorgelesen wurden. Sie gaben Einblicke in die Bedeutung einer achtsamen und professionellen Begleitung in herausfordernden Lebenssituationen. In einem gemeinsamen Abschlussritual, begleitet von einem Segensspruch, stärkte sich das Team für die bevorstehende Projektlaufzeit. Die Gäste hielten ihre Wünsche und Werte für das Projekt auf Steinen fest, die in den kommenden zweieinhalb Jahren als sichtbares Symbol für HPC Mobil die Mitarbeiter*innen begleiten werden.

Musikalisch wurde der Nachmittag von der Familie Eibisberger gestaltet. Vertreterinnen der Gemeinden, der Pflege Wattens, des Sprengels Hall, ehrenamtlich Engagierte sowie Hausärzte nutzten anschließend die Gelegenheit zum Austausch in gemütlicher Atmosphäre.

Gemeinsam über das Lebensende sprechen

Das Haller Team im Bild
Foto: Gregor Jenewein
Palliativgruppe-IvanaPranjic-ManuelaHammer-JudithRopic-LisaZeltner-HeidiKlingler_Foto GREGOR JENEWEIN (3)
Die Palliativgruppe vom SGS Hall. Foto: Gregor Jenewein

Bereits am darauffolgenden Tag, dem 27. Mai, fand die Auftaktveranstaltung des Sprengels Hall in den Räumlichkeiten des Seniorenparks Hallit statt. Obfrau Sabine Kolbitsch begrüßte rund 60 Gäste, darunter Vertreterinnen der Sprengelgemeinden, die Pflegedienstleitung und die Palliativbeauftragten des Seniorenparks Hallit, Gäste der Ötztalpflege und des Sprengels Fritzens-Volders-Baumkirchen, Medienvertreterinnen sowie die Gastrednerinnen Renate Fuchs (Mobiles Palliativteam Innsbruck/ Innsbruck Land sowie Regionalbeauftragte der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft für diese Region), Michaela Schallhart (Teamkoordinatorin des Palliativkonsiliardienstes Krankenhaus Hall) und die praktische Ärztin aus Hall, Doris Musshauser.

In ihren persönlichen Beiträgen berichteten die Referentinnen von ihren Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Sprengel und zeigten eindrucksvoll die vielfältigen Angebote und Unterstützungsstrukturen im Bereich Palliative Care in der Region auf.

Ein besonderer Moment war die Einladung durch die Palliativbeauftragten Judith, Ivi, Heidi und Lisa an alle Gäste, ihre Wünsche für das eigene Lebensende auf Karten festzuhalten. Eingeleitet wurde diese Aufgabe durch ein berührendes Video mit Aussagen von Menschen aus dem privaten und beruflichen Umfeld des Sprengelteams. Menschen unterschiedlichsten Alters teilten darin ihre Gedanken, Hoffnungen und Vorstellungen zum Lebensende. Für zusätzliche Gänsehautmomente sorgten die musikalische Begleitung durch das junge Harfentalent Rosa Plankensteiner sowie die Erzählung von Heidi über eine Klientin, die sich die Frage stellte „Wann bin ich eigentlich gestorben?“.

Zum Abschluss dankte Geschäftsführer Georg Berger dem Team für sein Engagement und seine Bereitschaft, sich auf den gemeinsamen Entwicklungsprozess einzulassen.

Eine Reise beginnt

2026-06_Startveranstaltung SDVZ_BPfister-KSchweinberger-GZiller-FScheiterer_PMoll_FOTO FLORIAN HAUN
Foto: Florian Haun
Annemarie Palier mit ihrem Gatten

Als vierter und letzter Teilnehmer des HPC Mobil Projekts starteten die Sozialen Dienste Vorderes Zillertal (SDVZ) am 11. Juni in Turnus 2. Pflegedienstleiter Bernhard Pfister eröffnete den Nachmittag musikalisch mit einem stimmungsvollen Gitarrensolo. In Fügen wurde vor 3 Jahren bereits das HPCPH Projekt im Franziskusheim abgeschlossen und so besteht in der Organisation bereits ein gutes Fundament für Hospizkultur. Dies betonte auch Bürgermeister und Landtagsvizepräsident Domnik Mainusch in seiner Begrüßungsrede. Er hob die enorme Bedeutung der mobilen Pflege und die wesentlichen Aufgaben des Pflegeteams in der Region hervor und sprach allen Beteiligten seinen Dank aus. Geschäftsführer Franz Scheiterer und PDL Bernhard Pfister erzählten eingangs kurz über ihre guten Erfahrungen und die nachhaltige Wirkung des HPCPH Projekts.

Als besonderer Ehrengast des Nachmittags wurde Annemarie Pallier begrüßt, die vor fast 40 Jahren bereits als Krankenpflegeperson Pionierarbeit in der Fügener Hauskrankenpflege leistete und schließlich 1994 den Sozialsprengel Fügen, den Vorläufer der SDVZ, gründete. Frau Pallier zeigte sich sehr erfreut über die Entwicklungen der Hauskrankenpflege in der Region.

Die Projektbegleiter*innen Philipp Moll und Gabi Ziller von der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft erklärten, wie auch schon in den vorherigen Startveranstaltungen, die Inhalte, Ziele und den Verlauf des HPC Mobil Projekts, sodass sich das Team bestmöglich für die kommenden zweieinhalb Jahre gerüstet fühlt. Als Wegbegleiter für die bevorstehende HPC Mobil Reise teilten Franz Scheiterer und Bernhard Pfister noch Reisetagebücher für alle Mitarbeiter*innen aus. Der Nachmittag klang bei einer deftigen Jause gemütlich im Wintergarten aus.

Vielfalt als Stärke

Philipp Moll und Gabi Ziller zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt, Kreativität und dem großen Engagement der Palliativgruppen, die die Veranstaltungen mit viel Herzblut vorbereitet hatten. Jede Auftaktveranstaltung trug eine eigene Handschrift und machte deutlich, wie lebendig Hospizkultur gestaltet werden kann.

Als Symbol für Widerstandsfähigkeit, Beständigkeit und Wachstum überreichten sie allen Teams eine Hauswurz. Die robuste Pflanze soll die Organisationen während der kommenden zweieinhalb Jahre begleiten und Glück für den gemeinsamen Weg im Projekt HPC Mobil bringen.

Gabi Ziller
Projektmitarbeiterin HPC

Schlagworte
Artikel teilen
Jetzt online Spenden & liebevolle Begleitung schenken

Weitere Beiträge dieser Kategorie

Ehrenamt

Mit ehrenamtlichen Tätigkeiten das Hospiz unterstützen.

Zwei Frauen, eine sitzt im Rollstuhl

Kontakt

Leiterin Ehrenamt
Mag. Angelika Heim, MSc
+43 5223 43700 33622
von 08:00 – 15:00 Uhr

Über uns

Die Menschen des Hospiz & den Verein kennenlernen.

Kontakt

Allgemeine Anfragen
+43 5223 43 700 33 600
08:00 – 16:00 Uhr (Mo-Fr)

Akademie

Weitere Kurse ansehen und über Hospizarbeit lernen.

Kontakt

Betreuung & Begleitung

Mehr über die Hospizarbeit und das Angebot erfahren.

Kontakt

Für Betroffene & Angehörige
+43 810 96 98 78
08:00 – 20:00 Uhr (Mo-So)

Allgemeine Anfragen
+43 5223 43 700 33 600
08:00 – 16:00 Uhr (Mo-Fr)