„Elisabeth* war über 90 und eine unglaublich lebenslustige Frau“, erzählt Notti Forstner, stellvertretende Pflegedienstleiterin auf der Palliativstation im Hospizhaus in Hall. „Zum einen war sie für mich der Inbegriff einer gütigen, aber auch sehr humorvollen Großmutter, wie man sie sich wünscht. Und zum anderen war sie auch ein bisschen spitzbübisch und hat uns oft zum Lachen gebracht.“
Elisabeths Tochter kam jeden Tag zu Besuch und brachte ihren kleinen Hund mit. Der wusste schon ganz genau, wo Elisabeths Zimmer war, lief schnurstracks hinein und sprang mit einem flotten Satz auf ihr Bett. Mit wedelndem Schwanz machte er sich im Brett breit und ließ sich genüsslich kraulen. Eine wunderbare Ruhe breitete sich dann im Zimmer aus, auch als es Elisabeth schon sehr schlecht ging.
Notti Forstner war vor ihre Tätigkeit bei der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft in einem Alten- und Pflegeheim als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin tätig. „Dort hatten wir zwei Katzen in unserem Stockwerk“, erzählt sie. „Diese beiden Tiere brachten eine ganz besondere Stimmung auf unsere Station und waren sowohl für die Bewohner*innen als auch für die Besucher*innen eine willkommene Abwechslung.“ Oft habe sie erleben können, dass Tiere in einer Zeit, in der es Menschen nicht gut gehe, eine große Rolle spielten. Oft hätten sie eine erstaunliche Intuition und könnten spüren, was jemand braucht. Außerdem würden sie Menschen dabei helfen, ihre Sorgen für einen Moment zu vergessen und einfach nur im Hier und Jetzt zu sein.
Heute, meint Notti, sei das aufgrund der Allergiebestimmungen gar nicht mehr möglich. Umso wichtiger sei es, dass bei uns auf der Hospizstation zumindest Haustiere auf Besuch kommen könnten.
*Name geändert