Erinnerung ist Liebe, die bleibt. Unter diesem Motto veranstalteten wir am Internationalen Tag der Suizidprävention, am 11. September, einen Workshop und eine Gedenkfeier für Menschen, die sich das Leben genommen haben. Sie alle waren einzigartige Menschen und hinterlassen in uns eine große und schmerzhafte Lücke.

Beim Workshop am Nachmittag waren die Teilnehmer*innen eingelanden, sich zu unterschiedlichen Themen auszutauschen. Unterschiedliche Fragen dienten als Anregung, um ins Gespräch zu kommen: Was verbindet mich mit dem Menschen, den ich verloren habe bis heute? Hab ich den Tod tatsächlich schon begriffen oder ist es oft noch ganz unwirklich? Welche Gefühle fallen mir besonders schwer? Gibt es auch noch Gutes in meinem Leben? Was habe ich seither gelernt? Der offene und ehrliche Austausch, so ein Teilnehmer, zeigt, dass man nicht alleine ist und macht Mut an ein Morgen zu glauben.
Bei der anschließenden Erinnerungsfeier wurde mit einem kleinen Ritual gemeinsam innegehalten und der Verstorbenen gedacht. Alle sind gekommen, weil sie in erster Linie um einen Menschen trauern. Es war ein Mensch, der seine Licht und seine Schattenseiten hatte. Der schlechte und auch gute Zeiten erlebte. Ein Mensch mit dem uns viel verbindet: das Lachen und das Weinen, das Leichte und das Schwere, das Helle und das Dunkle, das Warme und das Kalte, das Nahe und das Ferne. All dessen wollten wir uns erinnern. Alle Teilnehmer*innen konnten dann an einer sogenannten tibetischen Himmelsleiter ihre Wünsche und Gedanken an die Verstorbenen an die ‚Himmelsleiter‘ knüpfen. Ein bewegender und Berührender Augenblick.
Im Anschluss wurde noch zum gemütlichen Beisammensein in die Cafeteria im Haus der Begegnung geladen. Zum Welttag der Suizidprävention setzten wir damit auch ein Zeichen gegen Tabuisierung und Sprachlosigkeit. Damit durchbrechen wir den Kreislauf Tabu – Einsamkeit – Schmerz. Denn, so Monika Kühn-Görg, „wer Tabus bricht, bricht aus, bricht Regeln auf, um zu neuen Ufern aufzubrechen“.