Statement der Vorsitzenden

Elisabeth Zanon

Mehr Fragen als Antworten

„Weihnachten und Neujahr, die dunkelste Zeit im Jahr liegt hinter uns.“

Die Tage werden wieder länger, die Sonne gewinnt an Kraft. In dieser Zeit kreisen meine Gedanken um das Thema Anfang und Ende, Geburt und Tod. Erst kürzlich erzählte mir eine Mitarbeiterin im Hospiz, dass sie ursprünglich Hebamme werden wollte. Jetzt ist sie glücklich, im Hospiz arbeiten zu können. „Denn“, meinte sie, „beide Übergänge, die Geburt eines Menschen und sein Tod, sind geheimnisvolle, berührende und intime Momente.“ Diesen beiwohnen zu dürfen, empfinde sie als großes Geschenk.

Das Ende ist – wie der Anfang – bei jedem Menschen anders, ob leicht oder schwer ist nicht vorherzusehen, nicht bis zum Letzten planbar. Was ist eine „gute“ Geburt? Mit Kaiserschnitt, mit oder ohne Schmerzmitteln, zu Hause, im Krankenhaus oder in der Badewanne? Wer stirbt „richtig“? Die, die loslassen können? Der, der über den Tod spricht? Oder stirbt die besser, die bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgibt, dass sie in ein paar Wochen wieder auf den Berg gehen kann?

Wenn ich mir die Beiträge in dieser Sonnenblume durchlese, bestärken sie mich darin, nicht vorschnell über Richtig oder Falsch zu urteilen, nicht immer gleich

Ihre Elisabeth Zanon, ehrenamtliche Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Foto: Tiroler Hospiz-Gemeinschaft/Gerhard Berger