Statement der Vorsitzenden


Es war einmal vor dreißig Jahren …

„Trotz Anfangsfehlern und Stolpersteinen ließen wir uns immer wieder aufs Neue von unserer gemeinsamen Idee tragen.“
Marina Baldauf, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

So beginnt die Geschichte der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft. Als wir zur Gründung unseres Vereins am 17. Februar 1992 zusammenkamen, hatten wir eine gemeinsame Vision: Das Ende des Lebens, das Sterben und den Tod wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zu holen und Menschen in ihrer letzten Lebenszeit beizustehen. Es war uns wichtig, einen Ort zu schaffen, wo medizinische, pflegerische, psychische und spirituelle Unterstützung angeboten werden. Schon damals brauchte es ein gutes Zusammenwirken von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und Begleiter*innen.

Die ersten 500 Schilling und noch kein Eingangsblock

In der Caritas Tirol bekamen wir ein kleines Büro und konnten die Infrastruktur nutzen. Dafür bin ich heute noch dankbar. Als wir von einem der ersten Förderer 500 Schilling als Spende bekamen, mussten wir erst einmal ein Kassabüchlein besorgen, um die Spende auch offiziell bestätigen zu können. Damit finanzierten wir einen Teil der Fahrtkosten und Diäten für Referenten*innen aus München und Wien. Wir wussten, dass unsere eigene Fortbildung der erste und wichtigste Weg in die Zukunft war.

Vortrag mit Bischof Stecher – leider ohne Spendenkörbe

Bei einem Vortrag bei freiem Eintritt mit Bischof Reinhold Stecher über seine Erfahrungen zum Thema Tod und Sterben kamen die Menschen in Scharen, der Veranstaltungssaal war übervoll – leider hatten wir vergessen, Spendenkörbe bereitzustellen.

Margit Klingan (li.) und Marina Baldauf bei der 20 Jahrfeier.

Ein Haus lag in weiter Ferne

Trotz dieser Anfangsfehler und Stolpersteine ließen wir uns immer wieder aufs Neue von unserer gemeinsamen Idee tragen. Unser Angebot war zuerst auf die ambulante Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen ausgerichtet. Eine Palliativstation oder ein eigenes Hospizhaus lag in weiter Ferne.

Viele haben uns vertraut

Es gab und gibt so viele Begleiter*innen auf unserem Weg, die unendlich viel Engagement und auch Mut gezeigt haben, in der Bevölkerung, in der Politik, im sozialen Bereich und in der Wirtschaft. Viele haben uns vertraut. Mit meinen beiden Vorgängerinnen als Vorsitzende, Margit Klingan und Elisabeth Zanon, verbindet mich seit langem „unsere“ Hospiz-Idee. Beide bereichern mein Leben und sind wichtige Gefährtinnen geworden. Sie haben mich in meiner ganz persönlichen Zeit des Abschieds und der Trauer begleitet – Danke an alle, die mit mir und uns gegangen sind.

Ihre
Marina Baldauf, ehrenamtliche Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Foto: Tiroler Hospiz-Gemeinschaft/Gerhard Berger