Statement der Vorsitzenden


Wer sich traut, zu vertrauen, ist mutig.

Mitten im Sommer, wenn ich diese Zeilen schreibe, wissen wir alle noch nicht, was in den nächsten Monaten im Herbst und Winter coronabedingt auf uns zukommen wird. Diese für uns unsicheren Zeiten erfordern Mut, Vertrauen und eine Portion Beherztheit von uns allen. Auch für uns in der Tiroler HospizGemeinschaft ist die Situation eine große Herausforderung. Immer wieder müssen wir uns aufs Neue fragen, wie wir unsere hospizlichen Grundwerte trotz der und mit den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen leben können.
Unser Pilotprojekt in Altenpflegeeinrichtungen beschäftigt sich mit genau diesen herausfordernden Fragen und möchte dabei Unterstützung bieten. Letztlich muss unser Tun möglichst immer dem ganzheitlichen Wohl unserer Patient*innen, aber auch dem ihrer An- und Zugehörigen gerecht werden.

Gemeinsam um neue Lösungen ringen

Ungewissheit, Sorgen, Ängste und Nöte betreffen viele von uns. Diese Gefühle ernst zu nehmen und ihnen Raum zu geben, schafft Vertrauen untereinander. Sich selbst zu vertrauen, als stille Form des Mutes, erlaubt uns immer wieder, alte Muster und Vorstellungen loszulassen. Die Stärken und Schwächen des anderen zu akzeptieren und als wertvolle Lebenserfahrung zu sehen, verlangt Einfühlungsvermögen und Bereitschaft zur Veränderung. Auch das Zulassen verschiedener Meinungen und Lebenshaltungen gehört dazu. Das gemeinsame Ringen um Lösungen in schwierigen privaten und beruflichen Situationen zeigt oft neue, unerwartete Perspektiven auf. Sich selbst und anderen zu vertrauen, kann den Blick weiten und so viel Unvorhersehbares ermöglichen. Wir benötigen alle diese Zuversicht, um kraftvoll und mutig weitergehen zu können.

Marina Baldauf, ehrenamtliche Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Foto: Tiroler Hospiz-Gemeinschaft/Gerhard Berger