TrauerRaum Innsbruck – Impressionen

In der Krypta der Jesuitenkirche in Innsbruck öffnete bereits zum 13. Mal der TrauerRaum. Mit einer Gedenkfeier für Verstorbene, die von der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft betreut wurden, begannen die stillen Tage des Gedenkens und Erinnerns.

Für die über 100 verstorbenen Menschen, jeder und jede wurde bei ihrem Namen genannt, konnten Kerzen entzündet werden. Am Ende der Feier und zum Beginn des TrauerRaums wurden die Schalen in die Krypta getragen.

Wie jedes Jahr ist die Klagemauer Raum und Möglichkeit meine Klage, meinen Kummer, Zorn aber auch meine Dankbarkeit und Freude in Worte zu fassen.

Eine bunte Glasscherbe als Symbol für das Zerbrochene in mir darf ins Herz gelegt werden – mit der Hoffnung auf Heilung. Und für zu früh geborene oder verstorbene Kinder wird ‚Sternenstaub‘ ins Herz gesträut…

Und all meine Wünsche an die uns vorausgegangenen Verstorbenene, aber auch meine eigenen Sehnsüchte zwischen Himmel und Erde durften auf die auf die sogenannte tibetische Himmelsleiter gebunden werden.

Ein herzliches Danke schön an alle Mitwirkenden, die Jesuitenkirche für die treue Gastfreundschaft und alle Menschen, die unsere Räume mit ihrem Trauer, aber auch ihrem Licht füllen.
Hier noch der Text zur Himmelsleiter zum Nachlesen:
Hoch oben, in den stillen Weiten Tibets, zeichnen sich weiße Leitern auf den rauen Felsen ab. Zarte Spuren auf uraltem Gestein, die in den Himmel weisen – die sogenannten Himmelsleitern. Sie erzählen von einer tiefen Sehnsucht, die den Menschen seit jeher begleitet: der Sehnsucht nach dem Licht, nach Geborgenheit und nach einer Verbindung zwischen Himmel und Erde. Im tibetischen Glauben sind diese geheimnisvollen Felszeichnungen weit mehr als bloße Zeichen. Sie sind Ausdruck einer uralten spirituellen Vorstellung, dass die Seele ihren Weg in den Himmel finden möge. Die weißen Sprossen sollen den Verstorbenen den Aufstieg erleichtern, ihnen den Übergang vom Irdischen ins Himmlische weisen. Zugleich tragen sie die Wünsche, Segnungen und liebevollen Gedanken der Lebenden hinauf – als stille Botschaften an jene, die nicht mehr unter uns weilen. So wird die Himmelsleiter zu einem Sinnbild des Loslassens und des Weitergehens, des Abschieds und der Hoffnung. Sie verbindet das Sichtbare mit dem Unsichtbaren, das Vergängliche mit dem Ewigen, die Erde mit dem Himmel. Vielleicht erinnern uns diese weißen Leitern daran, dass jeder Weg nach oben zugleich ein Weg nach innen ist. Dass wir nicht immer wissen müssen, wohin die nächste Sprosse führt. Dass es genügt, dem Licht zu vertrauen und Schritt für Schritt weiterzugehen. Und vielleicht sind die Himmelsleitern auch eine stille Botschaft an uns Lebende: dass nichts, was wir aus Liebe loslassen, wirklich verloren ist. Dass Gedanken, Gebete und Erinnerungen Brücken schlagen können über die Grenzen des Sichtbaren hinaus. Diese weißen Zeichen der Hoffnung reichen aus der Welt des Menschlichen hinauf in die Weite des Himmels und erinnern uns daran, dass in jedem Abschied auch ein Übergang liegen kann, in jedem Ende ein Anfang und in jedem Menschen die Sehnsucht nach seiner wahren Heimat.
„Jeder Schritt auf dem Weg ist eine Sprosse auf der Leiter, die dich nach Hause zu deiner wahren Natur führt.“
Buddhistisches Sprichwort

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