Tagebuch

Archiv: motivation

Es sind Menschen, die sagen, ich brauche dich! – Motivationen zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung

27. September 2012 | von  | 3 Kommentare

Die 16 Teilnehmerinnen der Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung in Wörgl mit Sabine Zangerl (Regionalkoordinatorin, rechts).

Die Absolventinnen der Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung in Wörgl beschreiben, was sie ganz persönlich zu dieser Ausbildung motiviert hat:

„Der frühe Tod eines geliebten Menschen vor 24 Jahren und die damit verbundene Hilf- und Sprachlosigkeit meinerseits, in ihrem langen Leiden und in der Sterbephase, haben mich dazu bewogen nach meiner Pensionierung die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin zu absolvieren. Ich bin sehr froh und glücklich darüber, dass ich kranke und sterbende Menschen begleiten darf in den schweren Stunden der Krankheit und des Abschiednehmens.

Ich absolvierte das Praktikum in einem Seniorenwohnheim und habe in dieser kurzen Zeit schon einige Erfahrungen mit betagten Senioren, Sterbenden und deren Angehörigen gesammelt. Das hat mir gezeigt, es ist wichtig, anwesend sein, zuhören können, reden und reden lassen, lachen, gemeinsam schweigen und berühren für Menschen, die sagen ich will nicht mehr. Menschen, die sagen ich kann nicht mehr. Menschen, die Adieu sagen. Ich sehe ihnen in die Augen. Es sind Menschen, die sagen, ich brauche dich! Und das bereichert mein Leben, danke.“

Patricia Engl

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„Ich sehe uns alle als Gemeinschaft und möchte darin eingebunden sein. Alles, was wir tun führt zu einem Du-Ich-Wir und in diesem Kern verschmolzen zu sein ist mein Bestreben. Die Erfüllung, das Ziel meines Bestrebens ist, die mir anvertrauten Menschen in der Begleitung zu beschenken, ihnen mit Achtung und Würde zu begegnen, gleichsam werde auch ich beschenkt und getragen sein. Dass ich diesen weg gehen darf ist eine große Bereicherung für mein Leben.“

Margarete Geisler

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„Von der Hilfe, die ich bei der Pflege eines Angehörigen bekommen habe, möchte ich etwas „zurückgeben“.Deshalb: Menschen in schweren Lebenssituationen ein Stück zu begleiten, macht Sinn für mich.“

Evelyn Duftner

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„Das Hospizkonzept hat mir schon immer gefallen. Durch die Ausbildung erfahre ich viel über die Wünsche, Bedürfnisse und Begleitmöglichkeiten in dieser schwierigen Lebensphase. Ebenso lerne ich auch die Grenzen der Betroffenen, der Angehörigen und meine eigenen, erkennen und respektieren.“

Susan Ekl

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„Die Hospizbewegung ist eine wichtige ethische Aufgabe in unsere Gesellschaft – sie muß gesellschaftsfähiger werden. Durch meine ehrenamtlichen Mitarbeit möchte ich die Hospiz – Gemeinschaft unterstützen. Es werden noch viele tatkräftige Helfer gebraucht.

Die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung ist sehr umfangreich und interessant. Durch qualifizierte Dozenten bekommt man sehr viele gute Informationen mit auf dem Weg. Ich bin froh, dass ich die Ausbildung machen durfte.“

Christel Brandt

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Studie zum ehrenamtlichen Engagement im Hospiz

26. Juli 2011 | von

Was motiviert ehrenamtliche HospizbegleiterInnen? - Dieser Frage gingen die Studienautorinnen Claudia Schusterschitz , Andrea Leiter und Magdalena Thöni (von links nach rechts) nach.

Unsere Studie, finanziert aus den Mitteln des Jubiläumfonds der Österreichischen Nationalbank, diente der Erhebung und Auswertung von Daten, die ein umfassenderes Verständnis der Bereitschaft ehrenamtlicher Helfer in der Hospizbewegung Österreich tätig zu sein, erlauben sollen. Hospizeinrichtungen in Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg beteiligten sich an der Studie. Von den rund 600 an die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter verteilten Fragebögen wurden 276 Stück retourniert.

Ehrenamtliche HospizbegleiterInnen sind überwiegend weiblich

Eine erste Datenanalyse zeigt, dass die typische ehrenamtliche Mitarbeiterin in allen drei Bundesländern ähnliche Merkmale aufweist: Sie ist weiblich, 56-60 Jahre alt, römisch-katholisch, lebt in einer Partnerschaft und besuchte eine Berufsschule bzw. berufsbildende mittlere Schule. Während in Oberösterreich und Vorarlberg der Großteil der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bereits pensioniert ist, ist der Anteil von Erwerbstätigen zu Pensionierten in Tirol nahezu ausgeglichen. Im Schnitt sind die Hospizmitarbeiterinnen bereits seit 5-6 Jahren im Hospiz tätig und stellen sich 3-4 Stunden/Woche für Hospiztätigkeiten zur Verfügung.

Soziale Verantwortung als wesentliches Motiv für das persönliche Engagement

In allen 3 Bundesländern wurden der Tod eines Verwanden/Freundes, das Informationsmaterial der Hospizbewegung und die persönliche Ansprache zur Mitarbeit als die drei wichtigsten Gründe für das ehrenamtliche Engagement im Hospiz genannt. Als zentrales individuelles Motiv für den ehrenamtlichen Einsatz wurde das Motiv der sozialen Verantwortung, dh, das Bedürfnis, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen, erwähnt.

Jedes Motiv erfährt durch die ehrenamtliche Tätigkeit ein unterschiedliches Ausmaß an Erfüllung/Befriedigung. Aus den erhaltenen Antworten lässt sich ableiten, dass die ehrenamtliche Tätigkeit vor allem zur Erfüllung der Motive der sozialen und politischen Verantwortung als auch des Motives der sozialen Bindung beiträgt.

Ziel der zukünftigen Auswertungen ist es, die Zusammenhänge von Motivation, Motiverfüllung, dem Erleben der ehrenamtlichen Tätigkeit sowie dem Ausmaß und der Dauer des ehrenamtlichen Engagements im Hospiz im Detail zu analysieren. Die Ergebnisse unserer Studie sollten daher Erkenntnisse für die Sicherstellung einer dauerhaften Aufrechterhaltung des ehrenamtlichen Engagements in der Hospizbewegung Österreich als auch für die Selektion neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter liefern.

Abschließend möchten wir uns bei allen Teilnehmern nochmals herzlich für ihre Unterstützung bedanken, ohne die sich unser Projekt nicht hätte realisieren lassen.

Hier können Sie den ausführlichen Ergebnisbericht für Tirol downloaden!

Andrea Leiter, Claudia Schusterschitz, Magdalena Thöni

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Helfen – ein Schritt zum Ganzwerden

17. Dezember 2010 | von

Aber was heißt „Helfen“ eigentlich? Wie kann man anderen helfen? Was ist für wen eine echte Hilfe?

Zu dieser Frage fanden sich im November 2010 neun ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zu einem Seminar unter der Leitung von Susanne Jäger, Psychotherapeutin und Mitarbeiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zusammen.

Ziel war es, die eigene Motivation für das „Helfen“ zu beleuchten und Themen Raum zu geben, die im Alltag der Begleitung untergehen.

Diese Erfahrung nehme ich zum Anlass für folgende Gedanken:

Beim „Helfen“ geht es scheinbar ja immer um die anderen, um die, die Hilfe brauchen, die in Not sind. Und gerade wenn diese Not groß scheint, steigt in uns der Druck, helfen zu wollen – ja helfen zu müssen.

Aber was heißt „Helfen“ eigentlich? Wie kann man anderen helfen? Was ist für wen eine echte Hilfe?

Und wo bleiben wir selbst, wenn wir helfen? Wer hilft uns? Wer schaut auf unserer Bedürfnisse? Was passiert, wenn wir das eigene (zu) lange missachten oder beiseite schieben?

Nicht nur wenn man im Grenzbereich zwischen Leben und Tod arbeitet, wenn man mit Menschen arbeitet, die in Not sind – egal ob körperlich, seelisch, sozial oder spirituell, kann es geschehen, dass man in ein Fahrwasser gerät, in dem man zwar noch in der Rolle des Helfers/der Helferin ist, es dabei aber längst um eigene Bedürfnisse geht.

Die Anfangsfrage „Helfen – ein Schritt zum Ganzwerden?“ impliziert also nicht nur viele andere Fragen, sie enthält gleichzeitig schon den Ansatz einer Antwort: Die Motivation, warum wir helfen, könnte sein, dass wir versuchen unser Leben zu vervollständigen, ein Stück vom „Haben“ in Richtung „Sein“ zu wandern und dieses „Sein“ kann in der Begegnung zwischen Menschen geschehen.

Im Leid und in der Krise werden wir zurückgeworfen auf die „letzten Fragen“: Warum? Wohin? Wozu? Was bleibt?

In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen drohen manche Menschen zu ver-zweifeln. Auch wenn „eindeutige“ Antworten auf diese „letzten Fragen“ eher selten sind, so bringen sie uns doch in Resonanz mit dem zutiefst Menschlichen, mit Themen, die über unsere irdische Existenz hinausweisen.

Welches Geschenk, sich mit solchen Fragen auseinandersetzen zu dürfen!

Susanne Jäger, Bildungsreferentin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Unterstützerin: "Liebevolle Zuwendung"

2. August 2010 | von

„Ich war beeindruckt, wie man den Menschen Entscheidungen zutraute und ermöglichte und habe dabei auch persönlich viel gelernt.“

Mein Vater verbrachte einige Wochen im Hospiz. Die liebevolle Zuwendung machte dieses für ihn zu einem „Paradies auf Erden“ und ermöglichte einige positive Veränderungen in der letzten Lebenszeit.

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Unterstützerin: "Weil mir die Menschen sehr wichtig sind"

30. Juni 2009 | von

Mein Name ist Bianca und ich komme aus dem E.M. Jugoslawien, bin 60 Jahre alt und lebe seit 1967 in Österreich.

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Unterstützerin: "Weil mir das Thema Sterben, Tod ganz besonders am Herzen liegt."

29. Juni 2009 | von

weil mir das Thema Sterben, Tod ganz besonders am Herzen liegt.

weil wir in der letzten Zeit bevor meine Mama gestorben ist vom ambulanten Hospiz-Team ganz liebevolle und hilfreiche Unterstützung bekommen haben – danke

weil ich glaube, es wäre für jeden von uns wichtig im Guten sterben zu können und dafür leisten die Hospiz-MitarbeiterInnen einen ganz wesentlichen Beitrag, sowohl für den sterbenden Menschen als auch für die Angehörigen- habe dies beim Schwiegervater, der im Hospiz gestorben ist, beobachten können.

Barbara Köppl

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Ich unterstütze die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, weil …

15. Juni 2009 | von

„… es mir wichtig ist, dass sterbende Menschen eine liebevolle Betreuung bekommen.“

„… mir die Idee der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft am Herzen liegt.“

„… ich es bewundernswert finde, dass in Tirol mehr als 200 Menschen ehrenamtlich für die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft arbeiten.“

Die Hospizidee lebt von den Menschen, die sie auf vielfältige Weise – durch ihre Zeit, ihre ideelle Unterstützung und nicht zuletzt ihre finanzielle Förderung – (mit)tragen.

Aus diesem Grund möchten wir Sie einladen, uns zu schreiben, was Sie mit uns verbindet und warum Sie die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft unterstützen. Alle Einsendungen (gerne auch mit Foto) werden mit Ihrem Einverständnis im Hospiz-Tagebuch hier in der Kategorie „UnterstützerInnen“ veröffentlicht.

Einsendungen an:

urban.regensburger@dibk.at

oder per Post:
Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
Urban Regensburger
Heiliggeiststrasse 16
6020 Innsbruck

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Warum ich Schwerkranke begleite – Über Sterbebegleitung

10. Juni 2009 | von

Im Rahmen des heurigen Tages für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen im Haus Marillac fragten wir die TeilnehmerInnen, was sie motiviert ehrenamtliche Lebens- und Sterbebegleitung für die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zu machen. Im Folgenden finden Sie einige ausgewählte Antworten:

„Etwas Sinnvolles tun – Mitmenschen Zeit und Zuwendung schenken. Glück ist – für andere da zu sein!“
Maria

Über Sterbebegleitung

Der Theologe, Seelsorger und Psychotherapeut Franz Schmatz zeichnete in seinem Vortrag „Das Leiden und seine Grenzen“ ein sehr anschauliches Bild von den Herausforderungen, die er in seiner Arbeit als ehrenamtlicher Hospizbegleiter erlebt.

„Ehrenamt – durch eigene Krankheit wurde ich aus der ‚Leistungsgesellschaft’ (Beruf) herausgerissen. Umso größer ist meine Dankbarkeit, mit kranken Menschen etwas von meiner so kostbaren, wertvollen Zeit verbringen zu dürfen.“
Angelika

„Für mich ist die Zeit, die ich mit Menschen verbringen kann ein Geschenk – jede Begegnung ist einzigartig.“
Bettina

Der Ehrenamtlichen Tag ist ein kleines Dankeschön an alle, die sich ehrenamtlich für unser Anliegen einsetzen.

Der Tag für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen ist ein kleines Dankeschön an alle, die sich ehrenamtlich für unser Anliegen einsetzen.

„Ich sehe es als Geschenk, Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens begleiten zu dürfen, meine Zeit ihnen schenken zu können, und dabei oft selber die ‚Beschenkte’ zu sein.“
Karoline

Beim gemeinsames Mittagessen konnten Erfahrungen ausgetauscht werden.

Beim gemeinsamen Mittagessen konnten Erfahrungen ausgetauscht werden.

„Immer wieder mit Neuem konfrontiert und herausgefordert zu sein.“

„In Demut und Ehrlichkeit Menschen begegnen. ‚Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar’, sagt der kleine Prinz.“
Helga

Während der Workshops fanden die TeilnehmerInnen Zeit um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Während der Workshops fanden die TeilnehmerInnen Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Ursprünglich war es diese gute, feine Atmosphäre, die den Wunsch in mir weckte, da mitwirken, etwas geben zu dürfen. Inzwischen aber bin ich auch der ‚Beschenkte’ geworden. Mein ‚Gebet’ hat sich von der ‚Bitte’ zum ‚Danke’ umgewandelt, d.h. durch viele Gespräche mit unseren Gästen bin ich ganz unerwartet zum ‚Beschenkten’ geworden.“
Hans

Auch wunderschöne Mandalas wurden gezeichnet.

Auch wunderschöne Mandalas wurden gemalt.

„Ich mag Herausforderungen. Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten, ist für mich Herausforderung im Zuhören, erspüren wo ich ihnen Stütze sein kann, reden, lachen, berühren, schweigen.“
Angelika

Nur wer gut für sich sorgt, kann auch gut für Andere sorgen...

Nur wer gut für sich sorgt, kann auch gut für andere sorgen …

„Da Tod und Sterben in unserer Gesellschaft immer noch Tabuthemen sind und durch die eigene Sprachlosigkeit am Kranken- und Sterbebett von Familienangehörigen hatte ich mich entschlossen die Ausbildung für Ehrenamtliche zu machen. Es hat mir persönlich sehr starke Eindrücke vermittelt. (Im übrigen steht in meinem Geburtshoroskop die Arbeit mit Tod und Sterben – das habe ich allerdings erst nach meiner Ausbildung erfahren!)
Brita

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