Tagebuch

Archiv: marina-baldauf

Als Organisation wachsen und dem Grundauftrag treu bleiben

2. Februar 2011 | von

„Es tut gut, sich von einer Idee tief berühren zu lassen.“ Marina Baldauf

Die Weihnachtszeit liegt hinter uns und wir starten gemeinsam in ein neues Jahr. Gemeinsam heißt, dass wir uns der Not unserer Mitmenschen annehmen wollen, die unsere Solidarität und Nächstenliebe brauchen. Begleitung zu haben in der letzten Lebenszeit kann helfen, die Trauer bewusster zu spüren und ihr Raum zu geben.

Aber auch ein mitfühlender Händedruck oder Ohren, die sich Zeit nehmen zu hören, erleichtern oft die Situation in einer Familie. Natürlich ist es wichtig, Schmerzen zu lindern, medizinisch und pflegerisch, aber auch die aufrichtige und wachsame Anteilnahme kann Kraft geben. Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in ganz Tirol sind, mit einer entsprechenden Ausbildung „vorbereitet“, für die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft tätig.

Engagierter Einsatz und spürbare Hilfe

Der höchst engagierte Einsatz von allen unseren MitarbeiterInnen, aber auch die spürbare Hilfe von außen faszinieren mich immer wieder. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, in der ohne messbare Leistung oft kein Weiterkommen möglich scheint, tut es gut, wenn sich Menschen von einer Idee tief berühren lassen. Diese Berührung war und ist notwendig, um als Organisation zu wachsen und trotzdem dem Grundgedanken treu zu bleiben. Wir bemühen uns, die eingangs erwähnte Not zu sehen, dementsprechend zu handeln und – wenn auch oft ohnmächtig oder hilflos – einfach da zu sein und den Schmerz auszuhalten.

Trotzdem glaube ich, dass diese letzte Lebenszeit noch intensiv gelebt werden kann und mitunter viel Unerwartetes in sich birgt. Ein bewusstes Abschiednehmen kann viele gute Erinnerungen hinterlassen und Kraft geben für einen Neubeginn in Zeiten der Trauer.

Auch wir starten in ein neues Jahr und ich hoffe, dass es uns gemeinsam gelingt, die Hospizidee als tragende Säule in unserer Gesellschaft zu stabilisieren und zu verankern.

Marina Baldauf, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Wir sagen Danke – Mobiles Bett

20. Dezember 2010 | von

„Im Namen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft wünsche ich Ihnen einen gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und möchte mich bei allen herzlich bedanken, die den Fortbestand der mobilen Hospiz- und Palliativbetreuung auch im kommenden Jahr ermöglichen.“ Marina Baldauf, Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Reifen und Welken

20. Oktober 2010 | von

„Vertrauen und Hoffnung auf einen Neubeginn.“ Marina Baldauf

Im Wandel der Zeit

Wir alle erleben Schmerz und Trauer über das Vergängliche tief im Herzen – nicht nur in unserer letzten Lebensphase.

Immer wieder sind wir aufgefordert, uns neu zu orientieren, Vertrautes loszulassen ohne zu erstarren oder zu resignieren.

In schwierigen Situationen des Loslassens und des Wandels ist Begleitung besonders wichtig. Wenn in manchem Lebensabschnitt neue Perspektiven und neuer Lebenssinn noch nicht erkennbar sind, braucht es oft viel Vertrauen und Hoffnung in einen Neubeginn.

Nicht zuletzt der Glaube an eine schöpferische Kraft und die Tiefe persönlicher Gespräche geben Halt und stärken unsere Wurzeln. Aber auch Rückzug und Besinnung sollten von der „Außenwelt“ akzeptiert werden. Das wollen wir auch in dieser Ausgabe unserer „Sonnenblume“ vermitteln. Der Lauf der Jahreszeiten hält uns das Leben und Sterben in seinen Übergängen immer wieder vor Augen.

Auch in der Hospizbewegung sind wir darauf bedacht, diese Gedanken und Lebensthemen in gemeinsamen Gesprächen zuzulassen. Weiterbildungsangebote aber auch Besinnungstage dürfen daher in unserer Organisation nicht fehlen und stärken die Gemeinschaft unserer haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Marina Baldauf, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Das Labyrinth

2. Juli 2010 | von

„Wir sollten den Weg zur Mitte nicht aus den Augen verlieren.“ Marina Baldauf

oder die konzentrischen Kreise des Lebens

Zu uns kommen Menschen mit einem fortgeschrittenen und fortschreitenden Leiden. Auch wenn die Heilung der Krankheit nicht möglich ist, kann noch viel getan werden, um die Lebensqualität zu verbessern.

Auf diese Weise ist „Heil-Werden“ auch mit einem kranken Körper möglich.

Schon mitten im Leben können wir uns immer mehr an dieses „Heil-Werden“ herantasten. Auch wenn uns unser Lebens-Labyrinth so manchen Umweg auferlegt, sollten wir den Weg zur Mitte nicht aus den Augen verlieren.

„Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen“ heißt es in der Bibel. Das ist der ganz persönliche Auftrag an jeden Einzelnen, ganz „er selber“ zu werden, um so in seiner Einzigartigkeit einen unverwechselbaren und unersetzbaren Platz einzunehmen und dafür auch verantwortlich zu sein.

Bei allem Streben nach Einzigartigkeit darf jedoch unser Beziehungsnetz nicht verloren gehen. Gerade im Hospiz-Alltag geht es um das Wahrnehmen von Bedürfnissen der Sterbenden, der Angehörigen und auch der MitarbeiterInnen. Diese Wurzeln stärken, halten zusammen und ermöglichen, dass wir wachsen können. Diese Grundwerte müssen behütet und geschützt werden.

Es ist der Auftrag an uns alle, die Gesellschaft in ihrer Vielfältigkeit anzuerkennen und ganz individuell mitzugestalten – weil es dem Leben dient.

Marina Baldauf
Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Wie begegne ich einem Menschen?

17. Mai 2010 | von

Hospiz ist eine Haltung zum Leben und Sterben

Dankbar für ein erfülltes Jahr 2009

Immer wieder ist es für uns alle wichtig, sich auf die Grundidee der Hospiz-Bewegung zu besinnen. Hospiz ist eine ganz persönliche Haltung zum Leben und zum Sterben. Sie ist nicht an einen Ort gebunden, sie kann immer und überall gelebt werden. Die entscheidende Frage ist: Wie begegne ich einem Menschen? Wie begegne ich ihm im Leben und eben auch im Sterben?

Sich zu begegnen und sich ZEIT zu nehmen für den anderen ist ein wesentlicher Anker in unserer Arbeit. Gerade das zeichnet das ehrenamtliche Engagement unserer MitarbeiterInnen aus. Zusätzlich sind ganzheitliche, liebevolle Pflege und medizinische Versorgung wichtige Säulen in unserer Betreuung.

Wissen, wohin ich mich wenden kann

Oft wird nur die Sicherheit und Beratung im Hintergrund benötigt, um gerade in der mobilen Betreuung die Angehörigen zu stärken. Zu wissen, wohin ich mich jederzeit wenden kann, wenn unvorhergesehene Situationen eintreten, ist ein wertvolles Angebot.

Immer mehr gelingt es uns, in ganz Tirol zu helfen – sei es mit über 200 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, aber auch mit den entsprechenden hauptamtlichen Koordinatorinnen.

Für diese gemeinsam geleistete Arbeit bedanke ich mich ganz herzlich und möchte Mut machen zu vielen gemeinsamen Zukunftsschritten.

Marina Baldauf, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Im Jahreskreis… berühren Anfang und Ende einander

8. Februar 2010 | von

"Das Ende ist wie der Anfang. Ob leicht oder schwer ist nicht vorherzusehen."

Weihnachten und Neujahr liegen hinter uns. In dieser Zeit kreisen meine Gedanken um das Thema Anfang und Ende. HospizmitarbeiterInnen vergleichen oft das Sterben mit einer Geburt. Das Ende ist wie der Anfang, bei jedem anders, ob leicht oder schwer ist nicht vorherzusehen. Eine vertraute Welt zu verlassen und die Reise in ein unbekanntes Land zu beginnen, ängstigt viele Menschen. Ein starker Glaube, die Nähe der Angehörigen aber auch die mutige Begleitung unserer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen können diese letzte Reise erleichtern.

Eine gute Mischung aus haupt- und ehrenamtlicher Betreuung, spiritueller und sozialer Begleitung sollen auf die individuellen Bedürfnisse sterbender Menschen und ihrer Angehörigen antworten.

Der Motor der Hospizbewegung ist neben allen Angeboten aber immer das Erkennen der Not und die eigene Herzensbildung. Nicht wegschauen, sondern den anderen sehen und wertschätzen ist die Basis unserer Arbeit.

Natürlich sind wir auch auf Unterstützung von außen angewiesen. Mit unserer Baustein-Aktion „Hospiz daheim – das Mobile Bett“ wollen wir weiterhin ein Sterben zu Hause ermöglichen. Unter anderem unterstützt uns unter die Tiroler Wirtschaftskammer, Firmen zu gewinnen, die mit großzügigen Spenden helfen, unsere mobile Begleitung und Betreuung zu gewährleisten.

Daneben freuen wir uns natürlich auch sehr über jede noch so kleine Spende. Ich danke schon heute für die Unterstützung unserer Arbeit und wünsche Ihnen ein gesegnetes neues Jahr!

Marina Baldauf
Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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„Wenn die Sonne untergegangen zu sein scheint,

28. Dezember 2009 | von
"Diese Zuwendung vom ICH zum DU kann eine verbindende Brücke sein, um dem Sog der Einsamkeit in der Trauer zu entgehen."

"Diese Zuwendung vom ICH zum DU kann eine verbindende Brücke sein, um dem Sog der Einsamkeit in der Trauer zu entgehen."

brauchen unsere Augen Zeit, um das Leuchten der ewigen Sterne zu erkennen …“ E.Ziegler-Duregger

In der Zeit der Trauer kann zwischenmenschliche Zuwendung der einzige Trost sein. Trösten meint, die Gefühle der anderen sein lassen, sich selbst in den eigenen Bedürfnissen zurücknehmen und sich auf die Lebenssituation der anderen Person einlassen. Diese Zuwendung vom ICH zum DU kann eine verbindende Brücke sein, um dem Sog der Einsamkeit in der Trauer zu entgehen.

Sonnenuntergänge können in dieser Zeit „Weltuntergänge“ sein.

Gefühle zulassen – eine tragende Säule hospizlicher Begleitung. Neben der pflegerischen und medizinischen Versorgung sterbender Menschen ist der liebevolle Umgang mit den Angehörigen besonders wichtig. Ein psychosoziales Netz und auch die ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen stehen in dieser schwierigen Zeit hilfreich zur Seite.

In ganz Tirol finden jedes Jahr Aus- und Weiterbildungskurse für ehrenamtliche MitarbeiterInnen statt. Inhalt ist immer auch das Thema Trauer und Trost. So braucht es für eine ganzheitliche Begleitung einerseits professionelle Hilfe und andererseits die Bereitschaft, in dieses tiefe Tal des Mitfühlens hinunterzusteigen.

Mit Menschen in Beziehung treten, den Menschen in seiner Situation wahrnehmen, für ihn Zeit haben, aufmerksam spüren, was der Mensch braucht und ihn ernst nehmen – in diesen Elementen der Zuwendung liegt bereits eine eigene Kraft.

Sie ist der Motor der Hospiz-Bewegung.

Marina Baldauf, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Jeder Tropfen zieht seine Kreise

8. Oktober 2009 | von  | 1 Kommentar
Marian Baldauf, Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Marina Baldauf, Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Vom beständigen Wachsen der Hospizbewegung in Tirol

Zentrale Aufgabe der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen sowie die Unterstützung der Angehörigen. Außerdem haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Tod und das Sterben in der Öffentlichkeit wieder zum Thema zu machen sowie die Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol mitzugestalten. Dazu braucht es aber auch den politischen Willen die Hospizidee landesweit umzusetzen. Es freut uns, dass der Landesplan für Tirol jetzt eine Möglichkeit schafft, die Hospizbewegung weiter zu entwickeln. Noch in diesem Jahr wird in zwei Modellregionen ein neues Hospizprojekt starten.

Welthospiztag – ein Tropfen wird zum Meer

Eine gute Möglichkeit die Bewegung und Verwandlung eines einzelnen Tropfens zum großen Ozean aufzuzeigen, ist der Welthospiztag, der heuer am 10. Oktober gefeiert wird. Es macht Mut zu sehen, wie aus einer kleinen (tropfenartigen) Bürgerinitiative in London eine weltweite Bewegung, ich trau mich zu sagen, ein Meer hospizlich bewegter Menschen wurde. Sinn des Welthospiztages ist mit unseren „vielen Tropfen“, also mit unseren über 200 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu feiern, ihnen zu danken und damit auch der Hospizidee öffentlich Raum zu verschaffen. Damit der Tropfen immer weitere Kreise ziehen kann.

Hospiz weiterentwickeln und fördern

Wir wollen mit vielen Tropfen immer neue Wellenbewegungen verursachen und in der Verwirklichung unserer Idee nicht still stehen. Der Hospiz- und Palliativgedanke ist heute in Mitteleuropa kaum mehr wegzudenken und bedarf noch vieler integrativer Entwicklungen in die Strukturen des regulären Gesundheitswesens. Eine Herausforderungen, die uns in den nächsten Jahren begleiten wird.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Hospiz Tagebuchs und danke allen, die mit uns „in Bewegung sind“.

Marina Baldauf, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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