Es ist bereits eine liebgewonnene Tradition, dass hauptamtliche Mitarbeiter*innen und ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zu einer Pilgerwanderung eingeladen werden. Heuer haben Angelika Heim und Christian Sint den Achensee als Ziel ausgewählt und für eine willkommene „Unterbrechung“ gesorgt.

















UnterWEGs auf dem „Besinnungs-Dien-Mut-Weg St. Notburga“
Nach einer Begrüßung durch Werner Mühlböck, den Geschäftsführer der THG, und nach einer Einführung von Angelika Heim haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Regionen am 13. Juni 2026 von Pertisau aus auf den Weg gemacht. Vom Seeufer ging es zunächst zur von Clemens Holzmeister erbauten Dreifaltigkeitskirche und dann auf einem Waldweg in Richtung Maurach. Auf diesem Besinnungsweg gibt es einladende Stationen zum Thema „Dien-Mut“ bzw. „Mut zum Dienen“. Sie erinnern an das Lebenszeugnis der Hl. Notburga, die im 13. Jahrhundert als „dienende und mutige Magd“ in dieser Gegend lebte und die sich besonders um Alte und Kranke kümmerte. Vor allem aber inspirieren sie zum Nachdenken – nicht zuletzt auch über eine hospizliche Grundhaltung.



Rast bei der Hubertus-Kapelle – mit wunderbarem Blick auf den Achensee
Etwas oberhalb des Seehotels St. Hubertus liegt die (mit Zirbenholz) neuerbaute Hubertus-Kapelle, bei der wir eine Mittagsrast eingelegt haben. Nach einer Stärkung hat uns der Weg weiter nach Eben geführt.








Besuch des Notburga-Museums und der Wallfahrtskirche St. Notburga in Eben am Achensee
Ein besonderer Programmpunkt war dann das Notburga-Museum, durch das uns Josef Spaninger mit großer Begeisterung geführt hat. Anhand der umfangreichen Dokumentation – mit alten Schriften, Gemälden, barocker Kunst und Zeugnissen der Volksfrömmigkeit – hat er einen guten Einblick in das Leben dieser Volksheiligen und in die über 700-jährige Geschichte ihrer Verehrung vermittelt.
Die Wallfahrtstradition ist bis heute lebendig. So haben auch wir uns anschließend zu einer Andacht in der nahegelegenen Pfarr- und Wallfahrtskirche versammelt, die Christian Sint gestaltet hat.
Ein Impuls aus dieser Abschlussandacht klingt nach, in dem die bekannte evangelische Theologin zur Unterbrechung im Alltag anregt:
Unterbrechung
Du sollst dich selbst unterbrechen.
Zwischen Arbeiten und Konsumieren
soll Stille sein und Freude,
zwischen Aufräumen und Vorbereiten
sollst du es in dir singen hören,
Gottes altes Lied von den sechs Tagen
und dem einen, der anders ist.
Zwischen Wegschaffen und Vorplanen
sollst du dich daran erinnern
an diesen ersten Morgen,
deinen und aller Anfang,
als die Sonne aufging
ohne Zweck
und du nicht berechnet wurdest
in der Zeit, die niemandem gehört
außer dem Ewigen.
Dorothee Sölle


Gemütlicher Ausklang
Eine Einkehr beim Kirchenwirt hat unsere Pilgerwanderung abgerundet. Dankbar für viele Begegnungen und Gespräche und für eine herrliche Umgebung am Achensee kehrten wir nach Hause. Nicht zuletzt geht aber ein besonderer Dank an Werner Mühlböck sowie an Angelika Heim und Christian Sint für ihre Wegbegleitung und ausgezeichnete Organisation.
Weitere Info´s:
www.achensee.com/de/sommerurlaub/wandern-dien-mut-besinnungsweg
www.notburga-museum.at
Text: Günther Bader
Fotos: Tiroler Hospiz-Gemeinschaft / mehrere Personen