Erste Trauerwanderung der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft – Hospizteam Osttirol – im Defereggental.
Unter diesem Motto lud das Hospizteam Osttirol am 26. Juni 2026 erstmals zu einer Trauerwanderung ins Defereggental ein. Vierzehn Menschen folgten der Einladung, um ihrer Trauer Raum zu geben – in der Natur, im Gehen und in der Begegnung mit anderen.



Nach einem gemeinsamen Einstiegsritual in St. Jakob begann unsere Talwanderung. In der Mitte des Kreises lagen bunte, gehäkelte Herzen. Jede und jeder war eingeladen, ein Herz als Symbol für den verstorbenen Menschen oder für ein Gefühl mitzunehmen, das gerade besonders präsent war.
Obwohl der Sommertag von großer Hitze geprägt war, führte uns der erste Abschnitt wohltuend durch den schattigen Wald. Schritt für Schritt entstanden offene Gespräche, gemeinsames Schweigen und berührende Begegnungen – und das gute Gefühl, mit der eigenen Trauer nicht allein zu sein.





Während einer Rast im Wald leitete Michael Berger ein Ritual an. Er lud dazu ein, in Gedanken dem verstorbenen Menschen zu begegnen und sich auf diesen stillen Moment einzulassen. Für viele wurde daraus eine berührende Erfahrung der Nähe und Verbundenheit.
In der Kapelle Maria Hilf hielten wir inne, lauschten einer Geschichte und genossen einige Momente der Stille.
Anschließend wechselten wir auf die Sonnenseite des Tales. Mit jedem Höhenmeter eröffneten sich neue Ausblicke über das Defereggental. Der Wechsel von der Schatten- auf die Sonnenseite wurde für uns zu einem stillen Bild des eigenen Lebens. Trauer kennt ihre dunklen Wegstücke. Doch manchmal genügt ein weiterer Schritt, ein neuer Blickwinkel oder ein Mensch, der ein Stück des Weges mitgeht, damit wieder etwas Licht spürbar wird. Nicht weil der Schatten verschwindet, sondern weil Hoffnung neben ihm ihren Platz finden darf.
Den Abschluss bildete ein gemütliches Beisammensein im Naturhotel Tandler in St. Jakob. Dankbar blicken wir auf einen Nachmittag zurück, der gezeigt hat, wie wohltuend es sein kann, im Gehen zu erinnern und sich dabei im Herzen verbunden zu wissen.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitgehenden. Mit ihrem Vertrauen, ihrer Offenheit und den vielen berührenden Begegnungen haben sie diese erste Trauerwanderung zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Unser besonderer Dank gilt Michael und Maria Berger aus St. Veit. Michael hat die Trauerwanderung mit großem Engagement mit vorbereitet und begleitet. Maria hat die Wanderroute im Vorfeld erkundet und mit Sorgfalt geplant. Beide haben wesentlich zum Gelingen dieses besonderen Nachmittags beigetragen. Danke, dass ihr mit uns ein Stück des Weges gegangen seid
Marlen Resinger, Regionalbeauftragte Osttirol