An einem sommerlichen Nachmittag kam das Hospizteam Kitzbühel zusammen, um innezuhalten, sich zu erinnern und Danke zu sagen – für all jene Menschen, die wir auf ihrem letzten Lebensweg begleiten durften, und für ihre Angehörigen, denen wir in Zeiten der Trauer zur Seite stehen konnten.
Hospizbegleitungen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Manche dauern nur wenige Minuten, andere erstrecken sich über Stunden, Tage, Monate oder sogar Jahre. Jede einzelne Begegnung ist einzigartig und hinterlässt Spuren – nicht nur bei den Begleiteten und ihren Familien, sondern auch bei uns. Immer wieder erleben wir, wie wertvoll Zeit, Mitgefühl und aufmerksames Dasein am Lebensende sind.

Im gemeinsamen Abschlussritual wurde auch die Vergänglichkeit des Lebens spürbar. Alles verändert sich. Alles kehrt zurück in seinen Ursprung. Und doch bleibt etwas bestehen: Erinnerungen, Erfahrungen und die Verbundenheit, die Menschen miteinander teilen. Dieses Bewusstsein begleitet unsere Hospizarbeit das ganze Jahr hindurch.



Ein besonderer Höhepunkt war das gemeinsame Gestalten einer Keramikschale. Jede Hospizbegleiterin und jeder Hospizbegleiter hinterließ mit den eigenen Händen einen Fingerabdruck im Ton. Jede Spur ist einzigartig, jede Reihe für sich wertvoll. Erst gemeinsam entstand daraus eine Schale – ein Symbol für unsere Gemeinschaft. Sie erinnert uns daran, dass jede und jeder Einzelne wichtig ist und wir unsere Aufgaben nur gemeinsam tragen können. Die Schale wird künftig einen besonderen Platz in unserer Gemeinschaft haben und uns an diesen gemeinsamen Weg erinnern.

Seit mehr als 20 Jahren begleitet das Hospizteam Kitzbühel schwer kranke, sterbende und trauernde Menschen im Bezirk. Dieses langjährige Engagement wurde im Rahmen des Nachmittags ebenfalls gewürdigt. Für 20 Jahre ehrenamtliche Hospizarbeit wurde Traudi Hofer geehrt, für 15 Jahre Margit Niedermoser sowie für zehn Jahre Greti Brunner, Susanne Gobec-Grabner, Uschi Seeber und Gabi Staffner. Ihr langjähriger Einsatz steht stellvertretend für das große Herz und die Verlässlichkeit aller Ehrenamtlichen, die ihre Zeit und Aufmerksamkeit Menschen in einer besonders sensiblen Lebensphase schenken.


Beim gemütlichen Ausklang im Mesnerhaus in Kitzbühel wurde gelacht, erzählt und zurückgeblickt. Es war ein Nachmittag voller Begegnungen, Dankbarkeit und Gemeinschaft – und eine Erinnerung daran, dass Hospizarbeit vor allem eines bedeutet: Menschen mit Würde zu begleiten und ihnen bis zuletzt das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein.
Sigrid Wörgötter, Regionalbeauftragte