Anfang Juli stand das Hospizhaus in Hall ganz im Zeichen des Austauschs und der gemeinsamen Weiterentwicklung: Bereits zum neunten Mal trafen sich Vertreter*innen von Tiroler Wohn- und Pflegeheimen zum HPCPH-Vernetzungstreffen.
Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim (HPCPH) unterstützt Einrichtungen seit rund zehn Jahren in Tirol dabei, Hospizkultur und palliative Versorgung nachhaltig im Pflegealltag zu verankern. Das zweijährige Organisationsentwicklungsprojekt stärkt Mitarbeitende aller Berufsgruppen in der Begleitung von Menschen im Wohn- und Pflegeheim und stellt die würdevolle Betreuung von Bewohner*innen sowie deren An- und Zugehörigen in den Mittelpunkt.

Zum diesjährigen Vernetzungstreffen kamen über 40 Palliativbeauftragte, Pflegedienstleitungen und Heimleitungen aus insgesamt 20 Wohn- und Pflegeheimen zusammen. Vertreten waren sowohl Einrichtungen, die das Projekt bereits erfolgreich abgeschlossen haben, als auch jene, die sich derzeit im Entwicklungsprozess befinden.
Im Mittelpunkt des Treffens stand das Thema „Gute Entscheidungen am Lebensende“. Gerade in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen reichen fachliches Wissen und medizinische Kompetenz oft nicht aus. Ethische Fragestellungen, persönliche Werte und unterschiedliche Perspektiven spielen eine entscheidende Rolle. Gemeinsam setzten sich die Teilnehmenden mit diesen Herausforderungen auseinander und diskutierten Lösungsansätze für den Pflegealltag.
Einen besonderen Impuls lieferte Dr. Patrick Schuchter, Assistenzprofessor am Zentrum für Angewandte Pflegeforschung der Hochschule Campus Wien, in einer Videobotschaft. Unter dem Titel „Ethische Intuition“ ermutigte er dazu, im Berufsalltag die „Ethik des Gelingens“ in den Mittelpunkt zu stellen – also den Blick bewusst auf das zu richten, was in der Begleitung von Menschen gut gelingt und Orientierung gibt.

Anhand praxisnaher Fallbeispiele reflektierten die Teilnehmenden anschließend ethische Entscheidungen aus ihrem Arbeitsalltag und tauschten Erfahrungen aus. Der offene Dialog, das gegenseitige Lernen und die Möglichkeit, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen, machten einmal mehr den besonderen Wert des Vernetzungstreffens aus.
Mit neuen Impulsen, wertvollen Anregungen und gestärkten Netzwerken kehrten die Teilnehmer*innen schließlich in ihre Einrichtungen zurück – mit dem gemeinsamen Ziel, Hospizkultur und Palliative Care in Tirols Wohn- und Pflegeheimen weiterhin nachhaltig zu fördern und weiterzuentwickeln.
Gabi Ziller
Projektmitarbeiterin HPC