Tagebuch

Archiv: seelsorger

Hospiz- und Palliativstation – Jahresbericht 2019

28. Juli 2020 | von

Auf der Hospiz- und Palliativstation werden Schmerzen und andere Symptome wie Übelkeit und Atemnot mit den Mitteln moderner Palliativmedizin und -pflege behandelt. Im Zentrum des Tuns steht das Wohl des ganzen Menschen. Daher werden körperliche, psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse in der Betreuung und Begleitung gleichermaßen berücksichtigt.

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Vergebend leben – wenn aus Wunden Perlen werden

9. April 2019 | von

Vergebend leben – wenn aus Wunden Perlen werden ist das Thema des 5. Impuls in der Fastenzeit im Hospizhaus Tirol.

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Freie Plätze bei Palliative Care Ausbildungen – Stufe 2

25. Oktober 2011 | von

Bei den Palliative Care Lehrgängen des Dachverbandes Hospiz Österreich – Stufe 2 sind für Kurzentschlossene noch Plätze frei:

  • Palliativmedizin – Stufe 2
  • Pallitivpflege – Stufe 2
  • Psychosozial-spirituelle Palliative Care – Stufe 2

Weitere Infos hier: http://www.hospiz.at/PMU/uni_1.html

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Spiritual Care – Haltung, um zu halten

25. November 2010 | von

Spiritualität ist eine Haltung, die bestimmt für was wir unser Lebenspotential benützen und sie verflüchtigt sich, wenn sie nicht genährt wird.

Gedanken zu einer Spiritual Care Ausbildung im Kardinal König Haus (2010/11).

Die erste Frage, die einem im Rahmen einer derartigen Ausbildung begegnet, lautet: Was ist Spiritualität?

Der Schwerpunkt auf Selbsterfahrung lässt uns mit dieser Frage unterwegs sein, zusammentragen und austauschen.

Viele verschiedene Sichtweisen fordern von uns ein Sich-Einlassen, ein Gehen vom ICH zum DU.

  • Die Spiritualität eines anderen Menschen ist nicht schnell und einfach zu erfassen.
  • Wir haben eine momentane Sicht unserer Spiritualität, sie ändert sich im Laufe des Lebens.
  • Wenn man Vorstellungen von Spiritualität aufeinander bezieht (in Beziehung kommt), gibt es eine Einigung der beiden Auffassungen und die Möglichkeit, selber darin zu wachsen.
  • Spiritualität ist etwas Zartes an Begegnung, jedoch nicht ohne Anstrengung möglich.

Spiritualität ist eine Haltung!

Und hier möchte ich auf den großen Unterschied zwischen Haltung und Verhalten (Methoden oder Techniken) hinweisen.

Bei spirituellen Methoden oder Techniken (Gedächtnisinhalten, Handlungen oder Verhalten) kann immer eine deutliche Trennung vom Inhalt (des Gelernten) und dem dabei entstehenden Gefühl gemacht werden. Gefühle (emotional) und Inhalte (kognitiv) können getrennt voneinander betrachtet werden.

Sie sind durch Lernen, Lob und Tadel oder schlicht durch Dressur erlernbar oder veränderbar.

Neurobiologisch ist hauptsächlich das Großhirn hinter der präfrontalen Rinde beteiligt (dort ist der Platz für alle Lerninhalte).

Anders verhält es sich bei Haltungen oder Einstellungen.

Dies sind keine Gedächtnisinhalte sondern die eigenen Erfahrungen. Die kognitive Ebene (was habe ich erlebt?) und die emotionale Ebene (wie ist es mir dabei gegangen?) sind aneinander gekoppelt.

Aus dem Potenzial der eigenen Erfahrungen werden dann Haltungen und Einstellungen, und diese bestimmen, wofür wir unser Gehirn verwenden, wofür wir uns begeistern, worum wir uns kümmern. Haltungen und Einstellungen haben in unserem Leben eine Lenkungsfunktion. Sie können nur erlernt oder verändert werden, indem uns jemand (der uns mag und der diese Haltung auch selber lebt) einlädt, ermutigt oder inspiriert, eine neue Erfahrung machen zu wollen.

Am Anfang jedes menschlichen Lebens stehen neun Monate der Verbundenheit (dazuzugehören, anfänglich zur Mutter verbunden zu sein) und des Wachstums (angezeigt durch unablässiges Erlernen von neuen Verhaltensweisen).

Aus Haltungen und Einstellungen bilden wir gewisse Vorstellungen von unserem Tun. Und auf gemeinschaftlicher Ebene bildet sich daraus eine Geisteshaltung, die wiederum bestimmt, wofür eine Gemeinschaft ihr Potenzial benützt (Familiengeist, Klassengeist, Teamgeist, Firmengeist, Betriebsklima etc.).

Diese „Geister“ müssen genährt werden, sonst verschwinden sie (das sagt schon das Wort „Geist“) und an deren Stelle kommen „Ungeister“ (Verwaltungsgeist – es wird alles nur mehr wirtschaftlich und rationell gesehen, Kontrollgeister – es braucht für alles eine Kontroll- oder Checkliste, Hygienegeister etc.), die dann wiederum Erfahrungsräume vorgeben, in denen dann dementsprechende Erfahrungen gemacht werden können.

Um aber nun den Bogen wieder hin zur Spiritualität zu spannen: Sie ist eine durch Verbundenheit und das Bedürfnis nach Wachstum entstandene Haltung, die jede/r für sich in einer unterschiedlichen Form gemacht hat und die sich weiter verändern wird. Spiritualität ist eine Haltung, die bestimmt, wofür wir unser Lebenspotenzial benützen, und sie verflüchtigt sich, wenn sie nicht genährt wird.

Im Weiteren ist Spiritualität frei von Ideologie.

Seelsorge = jemand ist in der Sorge um eine/seine Seele.

Voraussetzung ist Wahrnehmungsfähigkeit. D.h. der Versuch, so gut es geht wahrzunehmen, was im Gegenüber lebendig ist.

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Trösten, nicht vertrösten

1. Oktober 2009 | von

Vom Himmel zu reden ist mir jetzt schier unmöglich. Eigentlich ist mir zum Schreien zumute. Ich habe keinen Trost parat.

"Vom Himmel zu reden ist mir jetzt schier unmöglich. Eigentlich ist mir zum Schreien zumute. Ich habe keinen Trost parat."

Über die trostspendene Kraft der Seelsorge

Frau F. liegt in ihrem Zimmer auf der Hospiz- und Palliativstation in Innsbruck. Ihre Kinder (13 und 15 Jahre) und ihr Ehemann sind da. Die Kinder haben soeben erfahren, dass ihre Mutter unheilbar krank ist, dass sie bald sterben wird.

Tiefes Schweigen

Stille. Tiefes Schweigen durchzieht den Raum. Langsam, zögernd fangen die Kinder mit Hilfe des Vaters an zu reden. Sie erzählen vom Leben der Mutter. In letzter Zeit mussten sie alle öfters mit anpacken beim Kochen, Waschen und Bügeln. Die Mutter gab die Anweisungen. Das meiste gelang. Eigentlich ging nur weniges daneben.

Wie vom Himmel reden?

Vom Himmel zu reden ist mir jetzt schier unmöglich. Eigentlich ist mir zum Schreien zumute. Ich habe keinen Trost parat. Ich höre, rede, klage mit ihnen. Die Kinder berühren die Mutter, streicheln ihre Hände. Sie reden mit ihr, obwohl sie kaum reagiert. Sie sagen, was ihnen so kommt.

Innere Festigkeit

Das Wort Trost – aus dem Altgermanischen – meint eigentlich „innere Festigkeit“ geben. Jetzt, wo es ihnen buchstäblich den Boden unter den Füßen wegzieht, kann mein Da-Sein Halt geben. Mit ihnen gemeinsam die Stille, die Fragen, die Verzweiflung aushalten. Ich will nicht „vertrösten“. Laut Duden bedeutet vertrösten: „durch das Erwecken von Hoffnung hinhalten“. Ich will jetzt nicht falsche Hoffnung wecken, davon reden: „Alles wird gut. Der Himmel erwartet sie“. Jetzt nicht!

Gutes zusprechen

Einige Zeit verstreicht. Schließlich sage ich: „Ich will eurer Mutter was Gutes tun. Ich will sie segnen“. Segnen kommt vom lateinischen Wort: „benedicat“ – Gutes sagen, Gutes zusprechen. „Sie und wir alle brauchen jetzt Kraft für die nächsten Schritte, die anstehen. Vertrauen wir uns einer höheren Kraft an“. Ich tauche ein in das Weihwasser, setze ein Kreuzzeichen auf die wichtigen Stellen ihres Körpers: Stirn, Mund, Brustkorb, Hände, Füße. Dieser kranke geschundene Körper, ihr ganzes Leben, so wie es ist, hat Würde vor Gott. Sie ist sein Abbild, auch weil sie gerade krank ist, leidet.

Die Mutter segnen

Ich lade die Kinder und den Ehemann ein, die Mutter zu segnen. Sie tun es, zaghaft, vorsichtig. Und – mit Hilfe unserer Hände – taucht auch die Mutter ein in das geweihte Wasser. Sie hält ihre Hand über die zu ihr gereichten Hände der Kinder und des Ehemanns.

Einen Monat später frage ich Herrn F., was ihm in dieser schweren Zeit geholfen hat. Er sagt: „Dass die Kinder den Weg des Abschieds mitgegangen sind, dass wir viel geredet und uns gegenseitig gesegnet haben“.

Christian Sint, Seelsorger auf der Hospiz- und Palliativstation Innsbruck


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