Tagebuch

Archiv: palliativversorgung

Mobile Palliativteams in ganz Tirol

3. Oktober 2019 | von

„Das Ziel der Hospiz- und Palliativversorgung – ein Leben in gewohnter Umgebung bei guter Lebensqualität zu ermöglichen – kann durch gute Zusammenarbeit erreicht werden,“ sagt Christina Wechselberger, Koordinatorin der Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol.

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Palliativversorgung geht über Sterbebegleitung hinaus

4. Oktober 2018 | von

„Noch vor dreißig Jahren wurden in Krankenhäusern sterbende Patientinnen und Patienten in Abstellräume und Bäder zum Sterben gebracht.“ Elisabeth Medicus, Ärztliche Direktorin Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Hospiz- und Palliativversorgung: ExpertInnen für Rechtsanspruch

19. Dezember 2014 | von

Mit einem Apell eröffnete am 16.12.2014 die Vorsitzende der Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“ Gertrude Aubauer die Sitzung.

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20 Jahre Dachverband Hospiz Österreich

30. September 2013 | von

„Unser Traum ist auch heute noch derselbe: dass alle sterbenden und schwerkranken Menschen in Österreich bis zuletzt gut leben können, dass ihre Schmerzen und Symptome gelindert werden. " Waltraud Klasnic

Waltraud Klasnic, Vorsitzende Hospiz Österreich

Ein Traum von einem guten Leben bis zuletzt und menschenwürdigem Sterben leitete jene, unter ihnen Sr. Hildegard Teuschl CS, Dr. Christian Metz und Dr.in Brigitte Riss, die am 6. September 1993 den Verein „Menschenwürde bis zuletzt. Österreichischer Dachverband von Initiativen für Sterbebegleitung und Lebensbeistand“ gründeten. 20 Jahre später ist der Traum ungefähr zur Hälfte umgesetzt.

„Unser Traum ist auch heute noch derselbe: dass alle sterbenden und schwerkranken Menschen in Österreich bis zuletzt gut leben können, dass ihre Schmerzen und Symptome gelindert werden. Dass sie medizinisch, pflegerisch, psychosozial und spirituell betreut werden. Dass alle zum Wohl der Kranken zusammenarbeiten und deren Bedürfnisse im Mittelpunkt der Entscheidungen stehen. Dass auch die Angehörigen in ihren Sorgen begleitet werden. Dass Sterben als ein Teil des Lebens gesehen wird und geschehen darf.“, so Waltraud Klasnic, die 2008 Hildegard Teuschl als Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich folgte. „Dass all das an allen Orten in ganz Österreich leistbar, zugänglich und verfügbar ist, ist nach wie vor unser Auftrag und Ziel.“

Versorgungsstrukturen und Bedarf

Mit Ende 2012 gab es in Österreich insgesamt 272 Hospiz- und Palliativeinrichtungen, darunter 31 Palliativstationen (mit insgesamt 289 Betten) und 38 Palliativkonsiliardienste in Krankenhäusern, 9 Stationäre Hospize bzw. Hospizstationen (mit insgesamt 83 Betten), 42 Mobile Palliativteams, 3 Tageshospize und 149 ehrenamtliche Hospizteams. 3.263 ehrenamtliche MitarbeiterInnen in insgesamt 149 Hospizteams begleiteten über 11.000 Menschen und setzten dafür 238.810 Stunden ihrer Zeit ein. Ca. 725 MitarbeiterInnen in Palliativstationen betreuten über 6.700 PatientInnen. Die 42 Mobilen Palliativteams betreuten über 8.800 Menschen, den Großteil davon zu Hause.

„Diese Zahlen zeigen, dass ungefähr die Hälfte des Bedarfs gedeckt ist.“, so Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich, „Aufholen müssen wir besonders im Bereich der Stationären Hospize. Wir dürfen stolz sein auf das, was zusätzlich in den letzten 20 Jahren gewachsen ist: im Bereich der Lehre und Ausbildung beispielsweise der Lehrstuhl für Palliativmedizin an der Medizinischen Universität Wien und zwei Masterlehrgänge Palliative Care, in der Qualitätssicherung viele Standards und zuletzt das europaweit einzigartige Prozesshandbuch für alle Hospiz- und Palliativeinrichtungen, im Bereich der Daten die jährliche Erhebung der Leistungsdaten aller Hospiz- und Palliativeinrichtungen, um nur einiges zu nennen. Dahinter steht das Engagement vieler Menschen und Institutionen, denen wir verbunden sind.“

Meilensteine auf der politischen Ebene

Die derzeitige Struktur der Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich geht zurück auf ein Konzept, das vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheit und dem Dachverband Hospiz Österreich 2004 erarbeitet wurde. Dieses Konzept war ein indirektes Resultat der Parlamentarischen Enquete „Solidarität mit unseren Sterbenden – Aspekte einer humanen Sterbebegleitung in Österreich“ im Mai 2001, auf die hin alle vier politischen Parteien im Parlament im Dezember 2001einstimmig einen Entschließungsantrag annahmen und ein 10 Punkte Programm zu Hospiz- und Palliativversorgung verabschiedeten.

Weitere wesentliche Meilensteine der letzten Jahre auf politischer Ebene waren die Verankerung der gesamten Hospiz- und Palliativversorgung im Österreichischen Strukturplan Gesundheit Ende 2010 und die Aufnahme der (ambulanten) Hospiz- und Palliativversorgung in der Novelle zum Pflegefondsgesetz im Juli 2013 sowie die Erarbeitung eines Konzepts für die Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Waltraud Klasnic: „Nun liegt es an den Ländern, dies auch umzusetzen und zu nutzen. Unser Traum geht noch weiter, zu den Menschen in den Alten- und Pflegeheimen und zu jenen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einer Hospiz- und Palliativversorgung bedürfen. Wir im Dachverband Hospiz Österreich engagieren uns in aktuellen Projekten dafür, dass auch hier der Traum Wirklichkeit wird. Ich bin dankbar für alle, die mit uns auf diesem Weg unterwegs sind. Wir brauchen diese Zusammenarbeit auch für die Aufgaben der Zukunft.“

Weiterführende Links:

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Die extramurale palliative Versorgung in Tirol

12. August 2011 | von

Die gegenwärtige Situation

Gemessen an der Anzahl der spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen gehört Tirol zu den Schlusslichtern der österreichischen Bundesländer. Dies betrifft insbesondere den extramuralen Bereich. Für die 706.873[1] Einwohner Tirols gibt es seit 1993 nur ein Mobiles Palliativteam, welches in und um Innsbruck knapp 200.000 EinwohnerInnen versorgt. Das Team besteht aus neun qualifizierten MitarbeiterInnen (5,3 VZÄ) aus den Bereichen der diplomierten Pflege, Medizin und Sozialarbeit. Den zu Hause betreuten PatientInnen steht eine 24stündige Rufbereitschaft sieben Tage die Woche zur Verfügung. Ergänzend dazu schenkt ein Team von 17 ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen Zeit und Zuwendung. Das primäre Ziel des Mobilen Palliativteams ist es, auch in schwierigen Situationen durch qualifizierte Betreuung den Verbleib zu Hause in der letzten Lebensphase zu ermöglichen, wobei auch ein Pflegeheim das aktuelle Zuhause sein kann. Für Auskünfte und Beratung wurde für das gesamte Bundesland eine Hotline eingerichtet, die von Montag bis Sonntag von 08.00 bis 20.00 Uhr unter Tel. 0810 969 878 erreichbar ist.

Der Weg in die Zukunft

Im Jahr 2006 ist auf der Basis des ÖBIG-Konzeptes[2] ein regionalspezifisches Konzept für das Bundesland Tirol entstanden, dessen Eckpfeiler die Stärkung der Regelversorgung, die Aus- und Weiterbildung und die Etablierung regionaler Vernetzungsstrukturen sind.

Als ein Schritt in der Übersetzung dieses Konzeptes ist 2008 der Auftrag des Tiroler Gesundheitsfonds zur Umsetzung des Konzepts in zwei regionalen Modellprojekten erfolgt. Die Erkenntnisse daraus sollen Basis für den weiteren Ausbau sein.

Modellprojekte

Noch im ersten Halbjahr 2011 starten in den Modellregionen Außerfern und Osttirol konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der extramuralen Palliativversorgung.

2009 und 2010 wurde unter breiter Beteiligung der Menschen in den Modellregionen Außerfern und Osttirol ein Maßnahmenpaket geschnürt, das einerseits der Entwicklung einer gemeinsamen Versorgungskultur dient, andererseits unterstützende Strukturen vorsieht. Das Gelingen von palliativer Betreuung in Versorgungsnetzwerken ist nur bedingt über spezialisierte Strukturen zu leisten. Vielmehr sind die gute inhaltliche Abstimmung der Betreuenden, ein gutes Übergangsmanagement vom Krankenhaus nach Hause oder ins Pflegeheim und ein gemeinsames Versorgungsverständnis essenzielle Voraussetzungen. Diesem Ziel haben spezialisierte Strukturen in erster Linie zu dienen.

Dr. Elisabeth Medicus, Ärztliche Leiterin Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Werner Mühlböck, Geschäftsführer Tiroler Hospiz-Gemeinschaft


[1] Amt der Tiroler Landesregierung, Landesstatistik Tirol, August 2010

[2] Das Konzept „Abgestufte Hospiz- und Palliativversorgung“ wurde im Jahr 2006 für die Gesundheit Österreich GesmbH erarbeitet. Es enthält grundlegende Definitionen und Qualitätskriterien.

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