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Was hat Jazz mit Hospiz zu tun?

3. Mai 2010 | von

Urban Regensburger spielt am 8. Mai den zweiten Hospiz Brunch im Cafe Gritsch.

Der Pianist und Hospiz-Mitarbeiter Urban Regensburger im Gespräch

Am Samstag, 8.5.2010 findet zum zweiten Mal im Innsbrucker Cafe Gritsch der Hospiz-Brunch statt – eine Idee von Urban Regensburger, der in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Im Gespräch erzählt er über das Konzept dieser künftig regelmäßig stattfindenden Veranstaltung und über seinen persönlichen Zugang zum Jazz.

Welche Idee steht hinter dem Hospiz-Brunch? Oder anders gefragt: Was hat Jazz mit Hospiz zu tun?

Urban Regensburger: Ein Brunch in einem Kaffeehaus ist eine Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre auf die Anliegen der Hospizbewegung aufmerksam zu machen. Wir verbinden bei dieser Veranstaltung Kulturelles, Unterhaltendes und Informatives.

Wie kann man sich beim Hospiz-Brunch informieren? Findet ein Vortrag statt?

Nein, es wird keine Reden geben. Es liegt Informationsmaterial bereit und es sind MitarbeiterInnen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft anwesend, die gerne Auskunft geben. Viele Menschen interessieren sich für die Hospizarbeit oder möchten wissen, in welchen Situationen man sich an die Hospiz-Gemeinschaft wenden kann. Über diese Themen zu sprechen fällt vielen Menschen schwer. Bei so einer niederschwelligen Veranstaltung ist es leichter, ins Gespräch zu kommen. Außerdem können Interessierte sich in eine Adressliste eintragen und künftig unsere Informationen per Post erhalten.

Soll der Hospiz-Brunch die Menschen zum Spenden animieren?

Es gibt die Möglichkeit, eine Spende ins Hospiz-Sparschwein zu werfen, aber das ist nicht das primäre Ziel der Veranstaltung. Vor allem wollen wir Hospiz ins Gespräch bringen, wir wollen Menschen sensibilisieren damit sie auch zu BotschafterInnen der Hospizidee werden.

Musik als Medium zur Verbreitung einer Idee?

Ja, Musik bringt eine gewisse Leichtigkeit – das Thema Sterben wird ja oft als sehr schweres Thema empfunden. Es geht in der Hospizarbeit aber sehr stark um das Leben, um das bewusste Er-leben, und es ist gut, sich das bewusst zu machen.

Du wirst im Cafe Gritsch selbst am Klavier sitzen – ist das eine Möglichkeit, deinen Beruf mit deiner Leidenschaft zu verbinden?

Musik ist für mich sehr wichtig, ich habe mich aber bewusst dazu entschieden, sie nicht zu meinem Beruf zu machen. Wenn es Berührungspunkte zwischen meinem Beruf und der Musik gibt, ist das natürlich schön.

Was bekommt das Publikum zu hören?

Ich spiele eine großen Querschnitt von Jazz-Standards, Bossa Novas und Jazz-Balladen. Mein Zugang zu dieser Musik ist ein sehr individueller, weil ich mich nach einer fundierten Grundausbildung recht bald von der üblichen Ausbildungswelt verabschiedet habe. Ich wollte meinen eigenen Weg finden. Ich orientiere mich am sogenannten Cool Jazz, spiele melodiös und auf Ausdruck bedacht. Wichtig ist mir jedenfalls, dass ich Musik für die HörerInnen mache und nicht für ein Fachpublikum.

Wie oft soll der Hospiz-Brunch künftig stattfinden?

Vorerst sind vier Termine pro Jahr im Cafe Gritsch in Innsbruck geplant. Grundsätzlich lässt sich das aber natürlich überall dort veranstalten, wo ein Klavier steht und Menschen offen für die Hospizidee sind.

Das heißt, wenn z.B. jemand aus einer anderen Region Tirols die Hospizidee unterstützen möchte, würdest Du Dich auch einladen lassen um dort zu spielen?

Ja, natürlich – wir freuen uns über jede Initiative!

Danke für das Gespräch!

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