Tagebuch

Archiv: fremde

Gastfreundschaft (=Hospitalitas) und Corona – wie passt das zusammen?

12. Mai 2021 | von
Über Gastfreundschaft im Hospiz - Menschen sitzen am Tisch

„Eine hospizliche Haltung einnehmen heißt für mich, Stellung zu beziehen und den, die oder auch das Fremde potenziell als Freund zu sehen.“ Christine Haas-Schranzhofer, Pflegedirektorin Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Meine Heimat und das Fremde in mir – Tag für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen

29. Juli 2013 | von  | 4 Kommentare
Auch wenn sie nicht sichtbar ist, haben wir doch alle eine (gelbe?) Brille auf - Über Heimat und das Fremde

Auch wenn sie nicht sichtbar ist, haben wir doch alle eine (gelbe?) Brille auf – Über Heimat und das Fremde

Wenn wir den Menschen in kultureller Offenheit begegnen sollen, dann müssen wir zunächst einmal uns selbst wahrnehmen, müssen wahrnehmen, was unsere kulturelle Prägung, unsere Heimat ist.

Ein Bild dafür ist die so genannte Sonnenbrillenanalogie.

Menschen der Kultur A haben Arme, Beine, Körper, Kopf und – eine Sonnenbrille mit gelben Gläsern. Wenn sie in die Welt schauen, dann sehen sie gelbe Häuser, gelbe Straßen, gelbe Bäume. Menschen der Kultur B haben Arme, Beine, Körper, Kopf und – eine Sonnenbrille mit blauen Gläsern. Wenn sie in die Welt schauen, dann sehen sie blaue Häuser, blaue Straßen, blaue Bäume.

Wenn nun Menschen der Kultur A sich der Kultur B annähern wollen und sich, weil sie merken, dass in der Kultur B alle eine Sonnenbrille mit blauen Gläsern aufhaben, eine blaue Sonnenbrille aufsetzen, dann sehen sie … alles grün! Denn sie haben unter der neuen Sonnenbrille noch ihre eigene, gelbe Sonnenbrille auf. Solange in einer Gruppe A alle Brillen mit gleichen Gläsern aufhaben, entsteht kein Problem. Kommt nun einer mit einer andersfarbigen Brille aus der Kultur B, so wird die Gruppe A zunächst einmal amüsiert, neugierig oder irritiert feststellen, dass der andere eine komische Brille aufhat.

Die einen werden vielleicht erwarten, dass der „Neue“ seine Brille abnimmt (allerdings wird er dann ja auch nicht dasselbe sehen, sondern alles ohne Farbe …). Andere werden versuchen, sich die Brille des anderen aufzusetzen. Aber solange der Mensch der Gruppe A seine eigene Brille nicht wahrnimmt und (vorübergehend) absetzt, wird es zu keiner gelungenen, gemeinsamen Sichtweise kommen.

Ausschnitt aus dem Impulsreferat von Sr. Barbara Flad

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Das Fremde in mir – ein Weg zu dir?

3. Juli 2013 | von
„Das Fremde in uns und in anderen weckt meist starke Emotionen.“ Elisabeth Zanon

„Das Fremde in uns und in anderen weckt meist starke Emotionen.“ Elisabeth Zanon

Der diesjährige „Tag für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen“ war dem Thema „Kulturen des Sterbens. Meine Heimat und das Fremde in mir“ gewidmet. Bei der Vorbereitung wurde mir klar, wie selten man sich im Alltag mit dieser Thematik befasst und wie fremd man seinem eigenen „Fremdsein“ gegenübersteht. In unserer modernen Welt fallen viele Grenzen. Begrenzungen, Entfernungen spielen keine Rolle mehr. Menschen, Gruppen, Klassen, Unternehmen, Institutionen, Nationen und Gesellschaften treten global miteinander in Beziehung. Auch innerhalb der Gesellschaft entsteht eine Gesellschaft der vielfältigen Lebensstile und Weltanschauungen. Und mittendrin stehen wir. Jede und jeder Einzelne von uns ist mit seiner ganzen Identität gefordert, mitfühlend und verantwortungsvoll mit dem Thema Lebensende und Tod umzugehen. Schließlich ist es die eigene Identität, die die Differenz der verschiedenen Kulturen erst erkennen lässt. Ohne die eigene Identität ist eine Unterscheidung gar nicht möglich. Keine Identität ohne Differenz, keine Differenz ohne Identität.

Wenn sich Kulturen begegnen, erlebt man, dass die anderen die gleichen Dinge ganz anders sehen, die gleichen Probleme anders lösen, sich in gleichen Situationen nach ganz anderen Erwartungen, Normen und Werten richten. Sie „sind“ ganz anders als man selbst. Das wird aber in aller Regel nicht einfach festgestellt und nüchtern zur Kenntnis genommen. Das Anderssein berührt, erstaunt, irritiert – jedenfalls weckt es Emotionen und Reaktionen in uns. Uns in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist es ein Anliegen, dem eigenen Fremdsein Raum, Beachtung und Wertschätzung zu schenken. Nur so können wir dem Fremden im anderen mit dem notwendigen Respekt begegnen.

Elisabeth Zanon
Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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