„Der Opa ohne seine Enkelbuam“

12. Oktober 2020 | von

Im Zusammenhang mit der Covid-19 Krise wurden wir alle mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Erfahrungen für den Umgang damit fehlten. Im Projekt Hospizkultur und Palliative Care in Krisenzeiten wird nach neuen Wegen gesucht.

Aufbauend auf den Erfahrungen der Covid-19-Krise beleuchten das Haus Elisabeth, Altenwohnheim Silz, und das Sozialzentrum Sölden, Wohn- und Pflegeheim, verschiedene Aspekte. Diese betreffen unter anderem die Wahrung der Grundrechte der Bewohner*innen oder die Gewährleistung des Infektionsschutzes. Dieses Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Zuwendung kann bei Bewohner*innen, An- und Zugehörigen sowie Mitarbeiter*innen zu großer Sorge und zu Ängsten führen.

Persönliche und organisationsspezifische Werte und Haltungen geraten durcheinander. Beispielhaft sei hier erwähnt, dass über Wohn- und Pflegeheime ein wochenlanges Besuchsverbot verhängt wurde. So mancher Opa, so manche Oma musste auf Besuche der An- und Zugehörigen verzichten. Diese schmerzvolle Erfahrung brachte viele an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit.

Rückblick und Ausblick

In einem fünfmonatigen kreativen Prozess stellen sich die beiden Einrichtungen den ethischen und rechtlichen Fragen. Durch die Reflexion der Krise werden zusätzliche Möglichkeiten erarbeitet, um den vielfältigen Bedürfnissen der Bewohner*innen auch in Krisenzeiten nachzukommen. In mehreren Treffen mit den Projektbegleiterinnen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft gestalten die Wohn- und Pflegeheime Silz und Sölden organisationsspezifische Lösungen. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner*innen, die An- und Zugehörigen sowie die Mitarbeiter*innen.
Das Pilotprojekt, das von Forscher*innen der UMIT Tirol wissenschaftlich begleitet wird, endet im November 2020. Die Best-Practice-Erfahrungen der beiden Wohn- und Pflegeheime sollen veröffentlicht und die Erkenntnisse zur Weiterentwicklung in einem breiteren Rahmen genutzt werden. Somit können interessierte Wohn- und Pflegeheime darauf zurückgreifen und davon profitieren. Auch für die Projektbegleiterinnen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft eröffnen die vertieften Einblicke in die wertvolle Arbeit der Wohn- und Pflegeheime neue Wege.
Dank der Expert*innen in Silz und Sölden kann damit ein wertvoller Beitrag für eine gelingende Hospizkultur und für Palliative Care in Krisenzeiten gewährleistet werden.

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