Bewegtes in bewegter Zeit

21. Mai 2020 | von

Sabine Hosp

„Derzeit gibt es vieles, was mich traurig macht. Die Verbundenheit der Menschen schenkt mir aber große Hoffnung.“ Sabine Hosp, Regionalbeauftragte Oberland und ehrenamtliche Hospizbegleiterin

Auch unsere vielen ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen stehen derzeit vor besonderen Herausforderungen. Sie können nicht wie gewohnt in direkten Kontakt mit Betroffenen und Angehörigen kommen. Viele Ehrenamtliche stoßen dabei emotional fast an ihre Grenzen, denn sie alle spüren, wie sehr der persönliche Kontakt ihnen und den Menschen, die sie begleiten, fehlt. Ein Händedruck, ein Lächeln, ein Blick, ein Spaziergang, gemeinsam Kaffee trinken, miteinander lachen und vieles mehr. Sie selbst spüren diese Ohnmacht, und das darf auch sein.

Ohnmacht aushalten

In dieser Ausnahmesituation wird für uns auch sichtbar, wie viele Menschen in ihrer Kommunikation eingeschränkt sind und zudem keine oder nur sehr wenige soziale Kontakte haben. Eine Ehrenamtliche erzählte mir von einer hochbetagten Dame, die nicht verbal und auch nicht über Medien kommunizieren kann. Zudem hat sie keine Angehörigen mehr. Seit Jahren wurde diese Dame von einer ehrenamtlichen Hospizbegleiterin im Wohn- und Pflegeheim besucht. Das ist derzeit aber nicht erlaubt. Diese Ohnmacht gilt es auszuhalten und zu betrauern.

Wenn wenig viel ist

Zum Glück gibt es aber gerade heute viele Möglichkeiten, in Verbindung zu bleiben. Eine ehrenamtliche Hospizbegleiterin telefoniert regelmäßig mit Frau M., deren Mann erst vor kurzem gestorben ist. Außerdem schaut sie auf dessen Grab und achtet darauf, dass eine Kerze brennt. Unsere Hospizbegleiter*innen sind kreativ und einfallsreich. Eine handgeschriebene Karte mit einem kleinen Geschenk, vor der Haustür eines älteren Herren abgestellt, erfreut Herz und Gemüt. Eine andere Ehrenamtliche übernimmt gerade in ihrer Wohnsiedlung die wöchentliche Online-Lebensmittelbestellung im örtlichen Geschäft für die Nachbarn. Viele engagieren sich in den Dörfern, Nachbarschaften, backen Brot und kochen für andere oder winken ihnen aus der Distanz zu.
So könnte ich noch von vielen Situationen erzählen, die mich bewegen. Es ist schön, diese Verbundenheit zu erleben. Es berührt mich, dass so wenig so viel sein kann!

Informationsabende zur Ausbildung „Ehrenamtliche Hospizbegleitung“ ab Oktober 2020 finden an folgenden Terminen statt:

Mittwoch, 1. Juli 2020, 19–21 Uhr
Freitag, 3. Juli 2020, 19–21 Uhr
Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Sabine Hosp, Regionalbeauftragte Oberland und ehrenamtliche Hospizbegleiterin

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Für Betroffene & Angehörige | Mo-So 8-20 Uhr

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