Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Unterstützung und Begleitung
Luftballons am Himmel
Inhalt

Kinder und Jugendliche erleben Krankheit, Sterben und Tod oft anders als Erwachsene. Sie spüren Veränderungen früh, und haben je nach Alter ganz unterschiedliche Fragen und Gefühle.

Die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft versteht sich als verlässliche Anlaufstelle, damit niemand mit Fragen, Sorgen oder Ängsten rund um Krankheit, Sterben und Trauer allein bleiben muss. Unsere Seite bietet Orientierung, Informationen und Wege zu konkreter Unterstützung.

Gemeinsam schaffen wir Räume, in denen junge Menschen mit ihren Gefühlen gesehen, verstanden und gehalten werden können.

Kontakt:
Kinder-Hospizteam
Sabine Hosp 0676/8818869 oder Christine Ganeider 0676/8818885.

Für Wen wir Da sind

1. Für Kinder und Jugendliche als Angehörige schwer kranker und sterbender Menschen

Wenn jemand in deiner Familie schwer krank ist und vielleicht bald sterben wird, kannst du das als traurig, verwirrend oder unfair empfinden.

Hier findest du Erklärungen und Ideen, die dir helfen können, besser zu verstehen, was gerade passiert.

Es ist okay, traurig zu sein. Es ist okay, wütend zu sein. Und es ist genauso okay, zu lachen.
Du bist nicht allein.

Manchmal wird ein Elternteil, Geschwister oder ein nahestehender Mensch sehr schwer krank. Das kann dich traurig, wütend und/oder unsicher machen.
Du bist nicht allein mit diesen Gefühlen – viele Kinder und Jugendliche spüren genau wie du, dass etwas nicht stimmt.

Wichtig zu wissen:

  • Die Krankheit ist nicht deine Schuld
  • Du darfst über deine Gefühle sprechen, auch wenn sie manchmal widersprüchlich sind
  • Es ist normal, dass du Fragen hast – und du darfst sie stellen

Tipps für dich:

  • Rede mit einer Person, der du vertraust
  • Zeichne oder schreibe, wie du dich fühlst
  • Wenn du möchtest, kannst du der erkrankten Person etwas Gutes tun

 

Vielleicht stellst du dir Fragen:

  • „Warum ist er/sie gestorben?“
  • „Habe ich Schuld?“
  • „Was passiert jetzt?“
  • „Werde ich auch diese Erkrankung bekommen?“

Du darfst alle Fragen stellen – wende dich an Erwachsene, die dir helfen, Antworten zu finden.

Was dir noch helfen kann:

  • Sprich über deine Gefühle – mit Erwachsenen, Freund:innen oder in der Schule
  • Bewahre dir Erinnerungen: Fotos anschauen, Geschichten erzählen, eine Erinnerungsbox gestalten
  • Vielleicht möchtest du etwas zeichnen oder basteln, etwas der verstorbenen Person mitgeben, und es zur Verabschiedung mitnehmen

Trauer kann wie Wellen sein: mal hoch, mal niedrig.
Gefühle können sich schnell ändern – und das ist normal.

Gefühle, die du haben darfst, denn alle Gefühle sind erlaubt:

  • Traurigkeit
  • Angst
  • Wut
  • Schuldgefühle
  • Freude & Lachen

Tipps, wie du mit Gefühlen umgehen kannst:

  • Malen, basteln oder Tagebuch schreiben
  • Musik hören, dazu tanzen, in die Natur gehen, dich mit Freund: innen treffen
  • Mit Freund: innen oder Familienmitgliedern reden
  • Ruhepausen einlegen, wenn alles zu viel wird
  • Kopf frei kriegen beim Sport

Wenn jemand in deiner Familie krank ist oder gestorben ist, verändert sich manchmal der Alltag. Schule kann schwieriger werden oder sich anders anfühlen.

Was helfen kann:

  • Lehrer: innen oder Betreuer: innen sagen, wie du dich fühlst
  • Deine Freunde einbeziehen, wenn du magst
  • Kleine Pausen oder Rückzugsorte nutzen
  • Geschwisterkinder

Wenn dein Bruder oder deine Schwester krank ist oder gestorben ist, kann dich das sehr beschäftigen. Du darfst trotzdem eigene Gefühle haben – vielleicht auch Traurigkeit, Wut, Angst oder Erleichterung.

Was helfen kann:

  • Sprich über deine Gedanken und Gefühle – mit Eltern oder Bezugspersonen
  • Verbringe Zeit mit deinem erkrankten Bruder/deiner erkrankten Schwester
    Lies ihr/ihm vor, erzähle ihr/ihm von deinem Tag
  • Schaffe dir Erinnerungen: Erinnerungsbox, Fotos, Geschichten erzählen und/oder aufschreiben, Kurzfilme mit dem Handy machen
  • Andere Kinder oder Jugendliche in ähnlicher Situation kennenzulernen, kann dir guttun (z. B. über Trauergruppen oder Rainbows)

Eine Beerdigung kann dich erschrecken oder traurig machen. Du darfst entscheiden, ob du teilnehmen möchtest oder nur teilweise dabei bist.

Tipps:

  • Frag vorher, was passieren wird: Ort, Dauer, Menschen, Ablauf
  • Sprich über deine Gedanken und Gefühle: Traurigkeit, Wut, aber auch schöne Erinnerungen
  • Bitte die Erwachsenen, dir eine Vertrauensperson zur Seite zu stellen, die sich um dich kümmert und im Bedarf schon früher mit dir die Verabschiedung verlässt. Wenn es dir guttut, dann bitte auch eine Freundin oder einen Freund, in dieser schwierigen Situation, an deiner Seite zu sein
  • Wenn du nicht teilnehmen willst, ist das auch in Ordnung – du kannst trotzdem deine eigene Erinnerung gestalten
  • Sprich mit Freund: innen oder Erwachsenen über deine Gefühle
  • Lass deine Gefühle zu. Weine, sei auch mal wütend und brülle, aber richte diese Wut niemals gegen dich oder eine andere Person. Vielleicht hilft dir ein Wut-Ball, ein Boxpolster, Bewegung in der Natur, laute Musik. Überlege, was für dich hilfreich sein kann um deine Gefühle auszudrücken.
  • Plane dir Ruhepausen ein und suche dir Rückzugsorte, wo du dich sicher und geborgen fühlst
  • Tue dir selbst was Gutes
  • Du bist nicht allein – es gibt Menschen, die dir zuhören

Wenn du Fragen hast oder jemanden zum Reden brauchst:
Du bist nicht allein – wir hören dir zu!

Kinder Hospiz-Team
Sabine Hosp 0676/8818870 oder Christine Ganeider 0676/8818885.

Rainbows (nach Rücksprache)
Mag.a Gertrud Larcher
0650 3966735

Rat auf Draht
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2. Für Eltern und Menschen, die Kinder und Jugendliche begleiten

Kinder spüren sehr genau, wenn etwas nicht stimmt. Sie merken Veränderungen oft früher, als Erwachsene glauben. Diese Seiten möchten Eltern unterstützen, ehrlich und zugleich behutsam über Krankheit, Abschied und Tod zu sprechen.
Sie geben Anregungen, wie Kinder und Jugendliche einbezogen werden können, was ihnen Halt gibt – und wo Sie Unterstützung finden.

Broschüre „Kinder und Jugendliche als Angehörige von Schwerkranken und Sterbenden

Hier können Sie die Broschüre als PDF herunterladen!

3. Unsere Angebote

  • Unser mobiles Kinder-Hospizteam begleitet schwer erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie ihre Familien zu Hause, im Krankenhaus und an anderen Orten des Aufenthaltes.
    Dabei stehen wir auch Geschwisterkindern zur Seite, die oft eigene Fragen, Sorgen und Bedürfnisse haben.
    In Kooperation mit kidsMOBILtirol, Moki und Curaplus Family Care können Familien umfassend unterstützt werden.
  • Kinderecke im Hospizhaus Tirol
    Für Kinder, die Angehörige im Hospizhaus besuchen, gibt es eine liebevoll gestaltete Kinderecke mit Spielen, Bastelmaterial und Büchern.
    Sie bietet einen Ort, an dem Kinder sich zurückziehen, beschäftigen oder einfach einen Moment unbeschwert sein dürfen
  • Kontaktstelle Trauer der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft
    Die Kontaktstelle Trauer setzt Angebote zur Begleitung trauernder Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsenener nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen. Gruppenangebote wie Workshops oder gemeinsame Aktivitäten schaffen  Raum für Trauer, Austausch und neue, stärkende Erfahrungen.
    Alle Infos zur Kontaktstelle Trauer erhalten Sie hier!
  • Fortbildungen & Vorträge für Interessierte und Fachpersonen
    Über die Akademie der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft bieten wir ein vielfältiges Angebot an Fortbildungen, Workshops und Vorträge zu Hospiz,- und Palliativthemen an.
    Alle aktuellen Termine finden Sie hier!
  • Letzte-Hilfe-Kurse für Erwachsene
    Letzte-Hilfe-Kurse für Kids & Teens
    Unsere Letzte-Hilfe-Kurse vermitteln grundlegendes Wissen und Orientierung zu den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer.
    Sie ermutigen dazu, sich mit diesen oft tabuisierten Themen auseinanderzusetzen und einen offenen,  achtsamen Umgang damit zu finden.
    Alle kommenden Termine in Tirol finden Sie hier!
    Umfassende Infos auch auf der Seite „Letzte Hilfe Österreich“!

Kontakt / Wir sind für Sie da

Sie haben Fragen oder wünschen Begleitung?
Wir sind gerne für Sie da…

Alle Ansprechpersonen finden Sie in der Übersicht ganz unten.

Hinweis:
Die Informationen auf dieser Seite dienen der Orientierung und ersetzen keine medizinische, psychotherapeutische oder psychologische Beratung. Bei akuter Belastung unterstützen wir Sie gerne dabei, passende fachliche Hilfe zu finden.

Downloads zu diesem Thema

PDF
Kinder und Jugendliche als Angehörige
(808 KB)
PDF
Flyer Kinder-Hospizteam
(279 KB)

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Zwei Frauen, eine sitzt im Rollstuhl

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