Tagebuch

Archiv: gesellschaft

Einladung zur Freiwilligen Messe Tirol

6. November 2018 | von

„Gutes tun und unsere Gesellschaft bereichern“

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Das Fremde in mir – ein Weg zu dir?

3. Juli 2013 | von
„Das Fremde in uns und in anderen weckt meist starke Emotionen.“ Elisabeth Zanon

„Das Fremde in uns und in anderen weckt meist starke Emotionen.“ Elisabeth Zanon

Der diesjährige „Tag für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen“ war dem Thema „Kulturen des Sterbens. Meine Heimat und das Fremde in mir“ gewidmet. Bei der Vorbereitung wurde mir klar, wie selten man sich im Alltag mit dieser Thematik befasst und wie fremd man seinem eigenen „Fremdsein“ gegenübersteht. In unserer modernen Welt fallen viele Grenzen. Begrenzungen, Entfernungen spielen keine Rolle mehr. Menschen, Gruppen, Klassen, Unternehmen, Institutionen, Nationen und Gesellschaften treten global miteinander in Beziehung. Auch innerhalb der Gesellschaft entsteht eine Gesellschaft der vielfältigen Lebensstile und Weltanschauungen. Und mittendrin stehen wir. Jede und jeder Einzelne von uns ist mit seiner ganzen Identität gefordert, mitfühlend und verantwortungsvoll mit dem Thema Lebensende und Tod umzugehen. Schließlich ist es die eigene Identität, die die Differenz der verschiedenen Kulturen erst erkennen lässt. Ohne die eigene Identität ist eine Unterscheidung gar nicht möglich. Keine Identität ohne Differenz, keine Differenz ohne Identität.

Wenn sich Kulturen begegnen, erlebt man, dass die anderen die gleichen Dinge ganz anders sehen, die gleichen Probleme anders lösen, sich in gleichen Situationen nach ganz anderen Erwartungen, Normen und Werten richten. Sie „sind“ ganz anders als man selbst. Das wird aber in aller Regel nicht einfach festgestellt und nüchtern zur Kenntnis genommen. Das Anderssein berührt, erstaunt, irritiert – jedenfalls weckt es Emotionen und Reaktionen in uns. Uns in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist es ein Anliegen, dem eigenen Fremdsein Raum, Beachtung und Wertschätzung zu schenken. Nur so können wir dem Fremden im anderen mit dem notwendigen Respekt begegnen.

Elisabeth Zanon
Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Ein deutliches Zeichen – 20 Jahre Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

14. Dezember 2012 | von

„Es darf nicht sein, dass Menschen im Sterben alleine gelassen werden.“ Elisabeth Zanon

Als ehrenamtliche Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft liegt es in meiner Verantwortung meinen Blick auch dahin zu richten, worin der Auftrag der Bevölkerung zum Thema Hospiz liegt. Und ich kann sagen, die Tirolerinnen und Tiroler geben ein deutliches Zeichen. Die 3000 fördernden Mitglieder unseres Vereins und die Unterstützung, die Voraussetzung für unsere qualitätsvolle Arbeit ist, sind Zeichen einer engagierten Gesellschaft. Innerhalb der 20 jährigen Tätigkeit ist es der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft gelungen, der letzten Phase des Lebens und dem Sterben wieder Würde und Achtung zu schenken.

Vieles ist geschehen, vieles ist noch zu tun. Wir arbeiten intensiv daran, ein neues Hospiz-Haus zu bauen. Ich wünsche uns für die nahe Zukunft eine rasche Entscheidung der öffentlichen Hand für den Bau unseres Hospiz-Hauses. Es kann und darf nicht sein, dass Menschen am Ende ihres Lebens allein gelassen werden. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft leisten hier Großartiges. Denn nur eines ist uns allen sicher – der Tod.

Elisabeth Zanon, Vorsitzende Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

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Wenn Beruf zu Berufung wird – Goldenes Ehrenzeichen für Marina Baldauf

29. August 2011 | von

Marina Baldauf (3.v.re.) im Kreise der Ausgezeichneten.

Die Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, Marina Baldauf, hat im Februar dieses Jahres das goldene Ehrenzeichen des Landes Tirol für ihre Verdienste um das Sozialwesen verliehen bekommen. Stellvertretend für alle Geehrten hat Marina Baldauf dabei eine Dankesrede gehalten. Im folgenden eine Zusammenfassung ihrer Rede.

„… Ich erlebe oft in unserer Arbeit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, wie wichtig es ist, die ganz persönlichen Ängste und Nöte schwerstkranker und sterbender Menschen zu hören und sich darauf einzulassen. In dieser letzten Lebensphase, und die steht uns allen einmal bevor, ist für die Kommerzialisierung menschlicher Bedürfnisse kein Platz mehr.

Wenn Herz und Verstand zusammentreffen

Es gehört ein ganz persönliches Inne und Werthalten dazu. Neben aller hochwertigster Professionalität und Kompetenz in der Wissenschaft und Forschung, im Sport, in der Bildung, in der Wirtschaft, in Kunst und Kultur und im kirchlichen und sozialen Bereich, … braucht es diesen emotionellen Beziehungsbogen zwischen dem ICH und dem DU zum WIR.

Ich möchte das mit Herzensbildung oder einfach als die Aufmerksamkeit des Herzens beschreiben. Sie ist wichtiger denn je, wenn wir unserer flachen, auf Wohlstand ausgerichteten und gesättigten Gesellschaft die entsprechende Lebendigkeit zukommen lassen wollen. Wenn Herz und Verstand zusammentreffen, wandelt sich der Geist und aus Beruf wird Berufung.

Freiwilligkeit als Motor einer Gesellschaft

Es braucht Zivilcourage und engagiertes Handeln um unserer eigenen Trägheit und Mutlosigkeit zu entfliehen. Die Neugierde wird uns als Urkraft beflügeln. Gerade jetzt im Jahr der Freiwilligkeit, sollte dieser Motor einer Gesellschaft zum Anspringen gebracht werden. Organisiertes freiwilliges Engagement auf allen Ebenen, gerade durch die demografische Entwicklung, werden wir zukünftig

dringend benötigen.

Dazu gehört auch eine Kultur des Gemeinsinns und nicht der Ausgrenzung. Die Haltung des Gemeinsinns wurzelt in der Sozialität des Individuums. Die Erfahrung, nicht als autonomes Einzelwesen zu leben, sondern sich im Raum von Gemeinschaften und Kulturen zu entwickeln und zu entfalten, ist für jeden Menschen elementar und existenziell.

Nicht der monotone Klang des kollektiven‚ JA Sagens‘ sollte unsere Begleitmusik sein, sondern der wachsame und klare Blick nach vorne im Sinne der Menschlichkeit.“

Marina Baldauf, Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

Foto: Land Tirol/Mück

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„Ich habe etwas zu geben …“

17. August 2011 | von  | 1 Kommentar

Ein Teil des Teams der Regionalarbeit: Gabi Hauser: Bezirk Schwaz, Birgit Both: Leitung, Annelies Egger: Oberland (von vorne nach hinten).

Das Ehrenamt als tragende Säule der Hospizbewegung

„Ich habe etwas zu geben – nämlich meine Zeit und Aufmerksamkeit und diese möchte ich zur Verfügung stellen.“

Diesen und ähnliche Sätze höre ich oft bei den Auswahlgesprächen für die Ausbildung „Ehrenamtliche Hospizbegleitung“. Diese Aussage spiegelt gut wider, weshalb das Ehrenamt eine tragende Säule für die Hospizbewegung ist. Darüber hinaus zeigt sie, dass die ehrenamtliche Arbeit eine (zivil)gesellschaftliche Haltung ist.

Sterben und Tod enttabuisieren

Ehrenamtliche HospizbegleiterInnen schenken viel Zeit und sind die Seele der Hospizbewegung. Ihr Engagement reicht weit über die konkrete Begleitung von Menschen am Lebensende hinaus: Mit Informationsveranstaltungen, Besuchen an Schulen, Ausstellungen, Pressekontakten usw. tragen sie dazu bei, die gesellschaftliche Tabuisierung von Sterben,

Tod und Trauer aufzubrechen. Mit der geschenkten Zeit pflegen sie Werte unserer Gesellschaft, die nicht mit den gesellschaftlich hoch anerkannten Geldwerten zu messen sind: das sind unter anderem wertvolle Begegnungen, die ein „Sich Mit-teilen“ möglich machen.

Nicht besser sein als andere

Ehrenamtlichkeit darf aber niemals ein „Besser-Sein-Wollen“ im Sinne von „ich weiß, wie es geht“ sein. Eine solche Haltung würde an der Menschenfreundlichkeit vorbei gehen und nicht fruchten. Vielmehr geht es hier um eine Haltung des Gebens und Nehmens. Mit dieser Haltung erfährt man Freude und Lust, die ein Miteinander um des Miteinanders willen möglich macht.

Birgit Both, Leitung Regionalarbeit

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Gut versorgt, aber nicht gebraucht

9. August 2010 | von
Portrait Reimer Gronemeyer

„Die Demenz ist die Rückseite unserer Gesellschaft“, Prof. Reimer Gronemeyer

„80- bis 85-jährige Großmütter in Südafrika haben wegen der ungeheuren Aidsepidemie vielfach alle ihre Kinder verloren. Sie sind oft alleine für ihre über 20 Enkelkinder verantwortlich, und das bei einem Einkommen von unter 25 Euro.“

Bei einem Vortrag auf Einladung der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft im Haus der Begegnung sprach der deutsche Soziologe und Theologe Reimer Gronemeyer über die Zukunft des Alterns im „reichen“ Europa im Vergleich mit anderen armen Ländern oder Kontinenten.

„Diese südafrikanischen Großmütter geben der „Altenhilfe“ einen völlig anderen Sinn. Sie geben Hilfe und brauchen sie nicht selber! Das große Geheimnis der Stärke dieser Frauen ist das Gebraucht-Werden“, meint Gronemeyer.

Jede Zeit hat ihre Krankheit

Da sei es kein Wunder, dass immer mehr EuropäerInnen an Demenz erkranken.

„Ich glaube aber nicht, dass uns die Demenz zufällig ereilt. Sie ist eine Krankheit unserer Zeit. Sie ist die Rückseite unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft der Beschleunigung, Innovation und auch einer Gesellschaft des Vergessens. Die Kälte, die Isolation, die Kopf- und Verstandeslastigkeit, die Informationsflut und eben die Einsamkeit der Menschen kommen in der Demenz zum Ausdruck. Die Zahl der Menschen, die da nicht mehr mitkommt, wächst. Es gibt die Behauptung, dass sich die Menschen bei uns heute mehr vor Demenz als vor Krebs oder dem Tod fürchten.

Die Demenz trifft uns sozusagen im Kern unserer Ängste und unseres Personseins. Die Existenz der Menschen mit Demenz fordert uns zu einer Umkehr auf.“

Kein Recht auf Hoffnungslosigkeit

Gronemeyers Vision einer gesellschaftlichen Umkehr ist dabei frappierend „einfach“.

„Wir müssen uns wieder als Menschen entdecken, die den anderen zu Hilfe kommen.

Die Aufgaben, die ein grauköpfiges, überaltertes Europa mit sich bringt, erfordern mehr und mehr freiwilliges Engagement.“ Und abschließend meint Gronemeyer: „Wir haben nicht das Recht, hoffnungslos zu sein!“

Waltraud Fritz (Ehrenamtliche Mitarbeiterin) und Maria Streli Wolf (Öffentlichkeitsarbeit)

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