Tagebuch

Archiv: rosmarie-mair

Rückblick: TrauerRaum Wipptal

11. November 2016 | von

Zum zweiten Mal fanden die TrauerRaum Tage auch im Wipptal in der Johanneskirche in Matrei statt.

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Innig berührt, von der Vergänglichkeit, staunend über die Wunder des Lebens

15. August 2011 | von

Rosmarie Mair, bekam mitten im Schmerz, ein großes Geschenk. Rosmarie Mair (1. v. li.) und die Hospizgruppe Wipptal

Was motiviert dich, Menschen in der letzten Lebensphase zu begleiten?

Als 8-Jährige sah ich meine Oma tot in ihrem Bett aufgebahrt. Sitzend, weil sie einen gekrümmten Rücken hatte. Die Stille und der Friede der von ihr ausging, beeindruckten mich sehr. Der Tod verlor seinen Schrecken.

Unser Sohn verstarb in Ghana. Dass seine Freundin bei ihm war und dass wir den Sarg nach der Überstellung noch einmal öffnen durften, empfand ich, mitten im Schmerz, als großes Geschenk.

Bei Sitzwachen im Altersheim ist es mir wichtig, besonders auf Gesten und Worte der Sterbenden zu achten, horchend, was sie noch brauchen könnten oder was sie sagen wollen. Den Angehörigen letzte Zeichen mitteilen zu können, finde ich wertvoll. Stellvertretend für sie kann ich auch danken für die Liebe des Sterbenden und Gott um Beistand und Hilfe bitten für ihre Reise in die andere Welt. Ich werde dabei auf die innigste Art von der Vergänglichkeit des Lebens berührt und das hilft mir, mein Leben, meine Beziehungen in Ordnung zu halten.

An welches besonders einprägsame Erlebnis in der Begleitung erinnerst du dich?

Eine Frau, die ich über lange Zeit regelmäßig besuchte, sagte mir, als ich mich von ihr verabschiedete: „Jeder geht gern heim. Auch ich werde hingehen wo ich her bin. Ich bin dankbar für meine guten Eltern.“ Bei der Tür drehte ich mich noch einmal um. Sie winkte mir zu, still und friedlich und ich „wusste“, dass ich sie nächste Woche nicht mehr lebend antreffen werde. So war es auch. Sie verstarb unter dem Bild ihrer Eltern und Geschwister. Als ich dann an ihrem Totenbett saß, erinnerte ich mich an ihre Gesten und Worte – erfüllt von tiefer Dankbarkeit.

Was gibt dir die Kraft für diese herausfordernde Tätigkeit?

Die Kraft kommt aus meinem Innersten. Sie wird genährt vom Staunen über die Wunder des Lebens. So vieles ist unerklärlich. Ich fühle mich eingebunden in ein großes Ganzes. Nichts geht verloren. Die Psalmen lehren mich, wie Menschen, die lange vor mir lebten, Gott erfahren haben.

Ich teile diese Erfahrungen. „Er stillt mein Verlangen, er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.“ „Du hast mir Raum geschaffen als mir angst war.“ Das stärkt mich.

Rosmarie Mair, Hospizgruppe Wipptal

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"Die Stille und der Friede, die von ihr ausgingen, beeindruckten mich sehr."

27. April 2011 | von  | 1 Kommentar

"Bei Sitzwachen im Altersheim ist es mir wichtig, besonders auf Gesten und Worte der Sterbenden zu achten, horchend, was sie noch brauchen könnten oder was sie sagen wollen. " Rosmarie Mair, Ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft


Was motiviert Dich Menschen in der letzten Lebensphase zu begleiten?

„Als 8-Jährige sah ich meine Oma tot in ihrem Bett aufgebahrt. Sitzend, weil sie einen gekrümmten Rücken hatte. Die Stille und der Friede der von ihr ausging, beeindruckten mich sehr. Der Tod verlor seinen Schrecken.

Unser Sohn verstarb in Ghana. Dass seine Freundin bei ihm war und dass wir den Sarg nach der Überstellung noch einmal öffnen durften, empfand ich, mitten im Schmerz, als großes Geschenk.

Bei Sitzwachen im Altersheim ist es mir wichtig, besonders auf Gesten und Worte der Sterbenden zu achten, horchend, was sie noch brauchen könnten oder was sie sagen wollen. Den Angehörigen letzte Zeichen mitteilen zu können, finde ich wertvoll. Stellvertretend für sie kann ich auch danken für die Liebe des Sterbenden und Gott um Beistand und Hilfe bitten für ihre Reise in die andere Welt. Ich werde dabei auf die innigste Art berührt von der Vergänglichkeit des Lebens und das hilft mir, mein Leben, meine Beziehungen in Ordnung zu halten.“

An welches besonders einprägsame Erlebnis in der Begleitung erinnerst du Dich?

„Eine Frau, die ich über lange Zeit regelmäßig besuchte, sagte mir, als ich mich von ihr verabschiedete: „Jeder geht gern heim. Auch ich werde hingehen wo ich her bin. Ich bin dankbar für meine guten Eltern.“ Bei der Tür drehte ich mich noch einmal um. Sie winkte mir zu, still und friedlich und ich „wusste“, dass ich sie nächste Woche nicht mehr lebend antreffen werde. So war es auch. Sie verstarb unter dem Bild ihrer Eltern und Geschwister. Als ich dann an ihrem Totenbett saß, erinnerte ich mich an ihre Gesten und Worte – erfüllt von tiefer Dankbarkeit.“

„Was gibt dir die Kraft für diese herausfordernde Tätigkeit?“

Die Kraft kommt aus meinem Innersten. Sie wird genährt vom Staunen über die Wunder des Lebens. So vieles ist unerklärlich. Ich fühle mich eingebunden in ein großes Ganzes. Nichts geht verloren. Die Psalmen lehren mich, wie Menschen, die lange vor mir lebten, Gott erfahren haben.

Ich teile diese Erfahrungen. „Er stillt mein Verlangen, er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.“ „Du hast mir Raum geschaffen als mir angst war.“ Das stärkt mich.

Rosmarie Mair,
Hospizgruppe Wipptal
Tätig im Annaheim Matrei, Mühlbachl, Pfons

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