Buchtipp: Franziskus – In der Schule der Armut

28. November 2018 | von

Seit mehr als 800 Jahren fasziniert und irritiert der große radikale Heilige aus Assisi: Franziskus (1181/82 bis 1226) wurde als Sohn eines reichen Tuchhändlers Pietro Bernardone geboren, wollte zunächst als Ritter Kriegsruhm erlangen, änderte jedoch nach traumatischen Erlebnissen und einer Christus-Begegnung sein Leben von Grund auf.

Mit seinem unbedingten Eintreten für ein Leben in Armut und nach den Vorgaben des Evangeliums wurde er zum großen Stein des Anstoßes in der europäischen Geistesgeschichte. Sein Ringen um die letzten und tiefsten existentiellen Fragen bewegen uns bis heute –und in unserer aktuellen Versorgungs- und Versicherungsgesellschaft mehr denn je. Sein unerschütterlicher, leidenschaftlicher Einsatz für die Armen, sein achtsames Umgehen mit der Umwelt, seine Furchtlosigkeit und sein friedvolles Wirken mögen der Grund sein, dass er auch im 3. Jahrtausend so attraktiv für viele Menschen ist.

Den heute 95-jährigen Künstler Luis Höfer faszinierte Franz von Assisi schon seit er in den Nachkriegsjahren an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien erstmals in Berührung kam. Seinen 50-teiligen Bilderzyklus in Linolschnitten schuf er allerdings erst zwischen 1989 und 1990. Er greift darin die prägendsten Wendepunkte im Leben des Heiligen auf und kontrastiert sie in dramatischen scharfen Schwarz-Weiß-Kompositionen, voller Emotion und Empathie.

Nicht immer sind es die bekannten Szenen zu Franziskus, die er aufgreift, weshalb der Franziskanerpater Willibald Hopfgartner in kurzen, einprägsamen Bildbetrachtungen und Impulsen die Besonderheiten der franziskanischen Spiritualität herausarbeitet. Bei Vertrautem ermuntert er zu genauerem Hinsehen und verhindert Idealisierungen, bei Irritierendem liefert er biografische Hintergründe. Ergänzt werden seine Texte noch durch ausgewählte Zitate von Papst Franziskus zur heutigen Armutsthematik. So entsteht eine außergewöhnliche Lebensbetrachtung des Heiligen auf künstlerisch-spirituelle Art.

Der Künstler:

LUIS HÖFER, geb. 1923 in Innsbruck. Er absolvierte die Gewerbeschule in Innsbruck und studierte an der Akademie für angewandte Kunst in München. Der Kriegsdienst unterbrach das Studium, das von 1947 bis 1952 an der Akademie für angewandte Kunst in Wien fortgesetzt und abgeschlossen wurde. Anschließend arbeitete er an Aufträgen für Wandmalereien und Tafelbilder und bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1984 hauptsächlich als Restaurator für kirchliche und profane Wandmalereien für das Bundesdenkmalamt. Die Linolschnitte „Aus dem Leben des heiligen Franziskus“ entstanden zwischen 1989 und 1990.

Der Autor:

P. WILLIBALD HOPFGARTNER, geboren 1946 in Lienz, Mitglied des Franziskanerordens, Dr. phil. (Germanistik, Innsbruck 1972), franziskanische und theologische Ausbildung in Assisi, Straßburg und München. Durch 35 Jahre Lehrer für Deutsch und Philosophie am Franziskanergymnasium Bozen. Jugendseelsorger und Referent in der Priesterfortbildung, Lehrbeauftragter für Philosophie bei den Theologischen Kursen der Diözese Bozen-Brixen. Veröffentlichungen zu Literatur, religiöser Kunst und Spiritualität. Seit 2011 Ausbildungsleiter für die jungen Franziskaner in Graz.

Buchpräsentationen:

Bischof Hermann Glettler stellt das Buch erstmals vor im Rahmen von „Geschichten des Gelingens“ – Festival „Berge lesen“:

  • INNSBRUCK, 10. Dezember 2018, 19.30 Uhr, Tyrolia Buchhandlung, Maria-Theresien-Straße 15
  • INNSBRUCK, voraussichtlich 15. Jänner 2019, Kapuzinerkloster, mit Luis Höfer und Wilibald Hopfgartner
  • LIENZ, 22. Jänner 2019, 18.00 Uhr, Franziskanerkloster, mit Gesprächspartner P. Guardian Martin Bichler
  • BOZEN, 23. Jänner, 20.00 Uhr, Franziskanergymnasium, mit Präsentator Rudi Gamper

 

Luis Höfer

Franziskus – In der Schule der Armut

Mit Texten von Willibald Hopfgartner und Papst Franziskus
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Erzbischof Franz Lackner und Bischof Hermann Glettler
160 Seiten, 50 sw. Abb., 22 x 29 cm, gebunden
Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2018

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