Hospiz – ein Ort der tiefen Verbundenheit

Die Hospizeinrichtung ist ein Ort, an dem die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Lebens unüberbietbar deutlich zum Vorschein kommen. Menschen erleben und durchleben an diesem Ort die vielleicht intensivsten Phasen ihres Lebens. Manchen gelingt ein Durchbruch zur Dankbarkeit, andere bleiben eher zaghaft und ängstlich. Alle freuen sich jedoch über die angebotene Begleitung. Niemand muss in Einsamkeit seinen Weg gehen. Menschen können einander Nähe schenken, sich berühren und Halt vermitteln – mit einfachen Gesten, mit dem verlässlichen Dasein und manchmal auch mit verständnisvollen und tröstenden Worten. Die Hospizeinrichtung ist ein Ort, an dem diese innere Verbundenheit, an dem Beziehung und Freundschaft als höchstes Gut erkannt werden.

„Fürchtet euch nicht!“

Angst signalisiert einen Verlust von Verbundenheit. Der Sozialphilosoph und Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter bezeichnet die Angst vor dem Tod als die alles entscheidende und bestimmende Angst. Es ist die Angst vor dem endgültigen Verlust von Zugehörigkeit – ein Tod also, der sich schon vorher als Verlust einer psychischen und sozialen Vernetzung eingestellt haben kann. Wenn Christen Ostern feiern, dann sind sie erfüllt von der Zusage des Auferstandenen, der den extrem verängstigten Jüngern zugesagt hat: „Fürchtet euch nicht!“ Ostern vermittelt die Gewissheit, dass kein Mensch ins Nichts abstürzen wird. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wenn alle trügerischen Hoffnungen und Täuschungen wie Kartenhäuser zusammenfallen, dann bleibt das Vertrauen auf den lebendigen Gott. Wir sind in seine Hand geschrieben. Seine Verbundenheit mit uns hat er nicht aufgekündigt.

Könnten Sie mich bitte umarmen?

Bei einem Gottesdienst im Hospiz mit der Möglichkeit einer persönlichen Segnung der Kranken durch Handauflegung und Zuspruch hat mich vor einiger Zeit eine von Krebs im Endstadium gezeichnete Patientin gefragt, ob ich sie nicht umarmen könnte, kurz zumindest. Ich war bewegt von dieser tiefen Sehnsucht und ehrlichen Frage. Gerne kam ich ihrem Wunsch nach. Mich tröstet – nicht nur in solchen Momenten – die stille Gegenwart des lebendigen Christus. Er schreit nicht und lärmt nicht. Er umarmt uns. Er ist mitten unter uns – immer noch mit den Wundmalen, die seine Hingabe am Kreuz zeigen. Er ist der „Herr des Lebens“, der sich über die Abgründe menschlichen Lebens nicht hinweggeschwindelt hat. Er ist leibhaftig anwesend. Keine Einbildung und keine Fiktion. Seine Liebe trägt – eine Verbundenheit über den Tod hinaus.

Bischof Hermann Glettler

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Foto: Diözese Innsbruck/Aichner

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