In die Schuhe des anderen steigen – Häufig gestellte Fragen zur Demenz

14. November 2011 | von

Über Demenz

Weniger Worte, mehr Gefühl. Für demenzkranke Menschen ist das besonders wichtig.

Wie kann man das Krankheitsbild Demenz in einfachen Worten beschreiben?

Das Gedächtnis (besonders das Kurzzeitgedächtnis) erkrankt – die Vergesslichkeit nimmt zu. Im fortgeschrittenen Stadium werden Menschen, Orte, Dinge aus dem Gedächtnis gelöscht. Der Erkrankte findet sich im Alltag immer schlechter zurecht – er leidet unter Orientierungslosigkeit. Es kommt zu körperlichen und geistigen Einschränkungen und zunehmend zum Verlust der Persönlichkeit. Gefühle, sowie Emotionen bleiben, können aber dem konkreten Ereignis nicht mehr zugeordnet werden.

Mann könnte auch sagen, im Bücherregal des Lebens fallen immer mehr Bücher zu Boden.

Wie kann dennoch die Lebensqualität demenzkranker Menschen verbessert werden?

Wenn ich mit einer an Demenz erkrankten Person in Beziehung treten möchte, ist es unbedingt notwendig sie weiterhin ernst zu nehmen.

Besonders wichtig ist es, ihnen Sicherheit, Vertrauen, Geborgenheit und Zugehörigkeit zu geben und immer zu versuchen, ihnen auf der Ebene der Gefühle zu begegnen.

Dabei helfen kann eine angenehme, ruhige Atmosphäre, keine Reizüberflutung, keine Über- aber auch keine Unterforderung der betroffenen Person.“

Gibt es konkrete Kommunikationstipps für den Umgang mit demenzkranken Menschen?

Wie schon gesagt, ist es in erster Linie sehr hilfreich dem Menschen in Ruhe zu begegnen, um auch wirklich ganz DASEIN zu können! Wenn ich ein Gespräch führen möchte, dann ist es hilfreich, in kurzen und klaren Sätzen zu sprechen und immer nur ein bestimmtes Thema anzusprechen. Dabei sind die Gestik, die Mimik und der Tonfall im Gespräch oft wichtiger als der Inhalt. Mit körperlicher Berührung kann ich meine Botschaft unterstützen und Zuneigung zeigen.

Demente leben oft in ihrer Vergangenheit. Man sollte sie nicht in die Realität zurückzwingen, sondern versuchen in „ihren Schuhen zu gehen“.

Das noch vorhandene Wissen sollte weniger mit Worten als vielmehr mit den Sinnen (Hören, Fühlen, Riechen) aktiviert werden. Mit Musik und Gesang kann man die Menschen oft gut erreichen. Besonders wichtig ist, demenzkranke Menschen viel zu loben und sie weniger zurechtzuweisen!

Und zu guter letzt sollte nicht auf den Humor vergessen werden. Denn: Lachen tut der Seele gut!“

Angelika Scheiber und die Hospizgruppe Landeck haben nach einer Fortbildung zur Demenz diesen Bericht verfasst. Herzlichen Dank!

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