Zu Zeiten Buddhas lebte Kisa Gotami.
Sie fand erst im höheren Alter einen Mann und konnte viele Jahre kein Kind gebären. Als Kisa Gotami dann aber doch schwanger wurde und einen Sohn gebar, war sie unendlich glücklich!
Leider erkrankte das Baby und starb.
Kisa Gotami wollte nicht zur Kenntnis nehmen, dass ihr kleiner Sohn gestorben war und lief mit ihm in ihren Armen von Arzt zu Heiler und von Heiler zu Arzt. „Mein Kind ist krank, bitte hilf ihm. Mach es wieder gesund.“ Aber alle versicherten ihr, dass ihr Baby gestorben sei und sie es begraben müsse. Sie konnte das nicht glauben. Da sagte ein Arzt zu ihr: „Buddha weilt gerade im Dorf. Er kann dir ganz sicher helfen.“
Froh und aufgeregt rannte Kisa Gotami mit ihrem Baby zu Buddha, legte ihm ihren Sohn zu Füßen und sagte: „Ehrwürdiger, mein Sohn ist krank, bitte mach ihn wieder gesund.“ Und Buddha antwortete: „Ja, ich kann dir helfen. Du musst mir nur aus dem Dorf ein Senfkorn bringen.“ Kesa Gotami sprang auf und wollte schon mit ihrem Baby im Arm in den Ort eilen, da hielt Buddha sie zurück.
„Halt, Kisa Gotami! Höre mir zu! Dieses Senfkorn muss aber aus einem Haus kommen, wo noch nie ein Mensch gestorben ist.“
Sie lief zum ersten Haus. „Bitte kannst du mir ein Senfkorn geben?“ „Aber ja, natürlich!“ „Ist in deinem Haus ein Mensch gestorben?“ „Ja, leider! Gerade letzte Woche ist mein Vater gestorben.“ „Dann kann ich es leider nicht nehmen. Danke aber dafür.“ Und sie lief weiter von Haus zu Haus. Sie hörte alle diese traurigen Geschichten und fand kein einziges Haus, wo noch nie jemand gestorben war, wo es kein Leid gab.
Da verstand sie die Botschaft des Buddha.
Langsam ging sie zu ihm zurück, legte ihr Baby vor seine Füße und sagte: „Ehrwürdiger Buddha, ich habe verstanden. Bitte begrabe mein Kind.“