Tagebuch

Archiv: sterbebegleitung

Buchtipp – Dem Sterben Leben geben

28. Dezember 2012 | von  | 1 Kommentar

Wer Sterbende begleitet, begibt sich in einen intensiven persönlichen und zwischenmenschlichen Prozess hinein, in dessen Verlauf sich je nach Sensibilität und Dichte der Kommunikation eine veränderte Spiritualität des Begleitenden wie des Begleiteten – im schönsten Fall sogar eine gemeinsam entwickelte – ergeben kann. Für ein solches Hineinwachsen ist dieses Buch geschrieben: Wo in einem intensiven Begleitungsprozess trennende Grenzen verschwinden, kann die Spiritualität zum Halt und Rahmen werden, kann der Begleitende in seinen eigenen Lebens- und Sterbeprozess “hineinreifen”.
Die Autorin erzählt und reflektiert eine Vielzahl selbst erlebter Beispiele aus der Begleitung, berichtet über sehr menschliche, anrührende Begegnungen und spürt in immer berührenden Begebenheiten dem nach, was wirklich trägt, wenn uns “das Unausweichliche” trifft.

Dem Sterben Leben geben

Die Begleitung sterbender und trauernder Menschen als spiritueller Weg.
Nachw. v. Matthias Schnegg

von Monika Müller
Auflage 4
192 Seiten;
2004 Gütersloher Verlagshaus

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„Das Lebensende selbst gestalten“ – Jahresbericht der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft

29. April 2011 | von

"Wir haben nicht das Recht hoffnungslos zu sein." Reimer Gronemeyer bei seinem Vortrag zum Palliativtag 2010 in Innsbruck

Der Jahresbericht 2010 der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist erschienen.

Aus dem Inhalt:

  • Eine Feuerstelle für die Hospizbewegung
  • Blitzlichter 2010
  • „Das Beste aus den Umständen machen …“ – Die Arbeit des Mobilen Hospiz- und Palliativteams
  • „Das Lebensende selbst gestalten.“ – Die Hospiz- und Palliativstation Innsbruck
  • „Gut strukturiert und zugleich flexibel“ – Die Regionalarbeit
  • „Praxisorientiert und vielfältig“ – Die Bildungsarbeit
  • Gutes möglich machen – Geschulte Engel

Sie möchten unsere Zeitschrift “Sonnenblume” inkl. dem Jahresbericht regelmäßig per Post erhalten?

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Tel.: 0512-7270-38
E-Mail: office@hospiz-tirol.at

Hier können Sie den Jahresbericht 2010 als pdf downloaden!

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"Die Stille und der Friede, die von ihr ausgingen, beeindruckten mich sehr."

27. April 2011 | von  | 1 Kommentar

"Bei Sitzwachen im Altersheim ist es mir wichtig, besonders auf Gesten und Worte der Sterbenden zu achten, horchend, was sie noch brauchen könnten oder was sie sagen wollen. " Rosmarie Mair, Ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft


Was motiviert Dich Menschen in der letzten Lebensphase zu begleiten?

“Als 8-Jährige sah ich meine Oma tot in ihrem Bett aufgebahrt. Sitzend, weil sie einen gekrümmten Rücken hatte. Die Stille und der Friede der von ihr ausging, beeindruckten mich sehr. Der Tod verlor seinen Schrecken.

Unser Sohn verstarb in Ghana. Dass seine Freundin bei ihm war und dass wir den Sarg nach der Überstellung noch einmal öffnen durften, empfand ich, mitten im Schmerz, als großes Geschenk.

Bei Sitzwachen im Altersheim ist es mir wichtig, besonders auf Gesten und Worte der Sterbenden zu achten, horchend, was sie noch brauchen könnten oder was sie sagen wollen. Den Angehörigen letzte Zeichen mitteilen zu können, finde ich wertvoll. Stellvertretend für sie kann ich auch danken für die Liebe des Sterbenden und Gott um Beistand und Hilfe bitten für ihre Reise in die andere Welt. Ich werde dabei auf die innigste Art berührt von der Vergänglichkeit des Lebens und das hilft mir, mein Leben, meine Beziehungen in Ordnung zu halten.”

An welches besonders einprägsame Erlebnis in der Begleitung erinnerst du Dich?

“Eine Frau, die ich über lange Zeit regelmäßig besuchte, sagte mir, als ich mich von ihr verabschiedete: „Jeder geht gern heim. Auch ich werde hingehen wo ich her bin. Ich bin dankbar für meine guten Eltern.“ Bei der Tür drehte ich mich noch einmal um. Sie winkte mir zu, still und friedlich und ich „wusste“, dass ich sie nächste Woche nicht mehr lebend antreffen werde. So war es auch. Sie verstarb unter dem Bild ihrer Eltern und Geschwister. Als ich dann an ihrem Totenbett saß, erinnerte ich mich an ihre Gesten und Worte – erfüllt von tiefer Dankbarkeit.”

“Was gibt dir die Kraft für diese herausfordernde Tätigkeit?”

Die Kraft kommt aus meinem Innersten. Sie wird genährt vom Staunen über die Wunder des Lebens. So vieles ist unerklärlich. Ich fühle mich eingebunden in ein großes Ganzes. Nichts geht verloren. Die Psalmen lehren mich, wie Menschen, die lange vor mir lebten, Gott erfahren haben.

Ich teile diese Erfahrungen. „Er stillt mein Verlangen, er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.“ „Du hast mir Raum geschaffen als mir angst war.“ Das stärkt mich.

Rosmarie Mair,
Hospizgruppe Wipptal
Tätig im Annaheim Matrei, Mühlbachl, Pfons

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Jeder Augenblick unseres Lebens ist wertvoll – Aktionswochen Schwaz

21. März 2011 | von

Bezirkshauptmann Dr. Karl Mark

Jeder Augenblick unseres Lebens, vom ersten Herzschlag an bis zum Schließen unserer Augen für immer ist wertvoll. Vor allem die Kleinen und unsere Mitmenschen im Alter brauchen unseren besonderen Schutz, Zuwendung und Liebe.

Die Hospiz-Gemeinschaft hilft auf besondere Weise: durch Zuneigung, Hilfe und Betreuung vor allem am Abend unseres Lebens. Damit wird auch die Würde unseres Daseins bis zum letzten Atemzug besonders betont. Herzlichen Dank den vielen HelferInnen, welche die Hospizgemeinschaft tragen.

Dr. Karl Mark, Bezirkshauptmann von Schwaz

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Bestmögliche Betreuung für schwer kranke Menschen – Aktionswochen Schwaz

14. März 2011 | von

Bürgermeister Dr. Hans Lintner

Als Bürgermeister der Stadt Schwaz liegt mir die bestmögliche Betreuung von schwer kranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen besonders am Herzen.

Aus diesem Grund unterstütze ich die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft im Bemühen, die Hospizidee in unserem Bezirk bekannter zu machen und neue ehrenamtliche HospizbegleiterInnen zu finden und auszubilden.

Dr. Hans Lintner, Bürgermeister von Schwaz

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Susanne Jäger über ehrenamtliche Hospizbegleitung

11. März 2011 | von

Susanne Jäger

„Die Begleitung Sterbender erfordert ein hohes Maß an (Selbst-)Reflexion“, Susanne Jäger

„Ein Stück des Weges mitgehen und sich dann wieder abgrenzen“

Hospizbegleitung: professionell ehrenamtlich

Das Ziel der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist es, Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen – mit möglichst wenig Belastung durch Schmerz und andere Symptome und getragen von menschlicher Zuwendung und Geborgenheit. Rund 250 ehrenamtliche HospizbegleiterInnen in ganz Tirol unterstützen Sterbende und ihre Angehörigen, indem sie Zeit schenken, kleine Hilfsdienste übernehmen und im Alltag Stütze sind. Alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sind gut ausgebildet und besuchen auch laufend Weiterbildungen, um sich auf die unterschiedlichen Herausforderungen dieser Tätigkeit gut vorzubereiten. Im Bildungsreferat der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist Susanne Jäger für diese Aus- und Weiterbildung verantwortlich.

Fühlen sich die ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen nach ihrer Grundausbildung, die 80 Stunden Theorie und 80 Stunden Praktikum umfasst, gut auf ihre Tätigkeit vorbereitet?

Susanne Jäger: Grundsätzlich ja, und doch geschehen im Begleitungsalltag immer unvorhergesehene Dinge, mit denen man sich dann vertieft auseinandersetzen muss.

In welchen Bereichen ist es besonders wichtig, Weiterbildungsangebote zu machen?

In der Begleitung von Angehörigen aber auch der PatientInnen selbst sind HospizbegleiterInnen häufig mit dem Thema „Trauer“ konfrontiert. Trauerreaktionen sind manchmal komplex und langwierig und daher herausfordernd für alle Beteiligten. Jeder Mensch kennt Trauer aus dem eigenen Erleben, und doch versuchen wir oft, möglichst schnell wieder zu „funktionieren“, und vergessen dadurch, was in der Trauer gut tut und tröstet.

Die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen bedeutet manchmal auch die Begleitung ganzer Familiensysteme. Wie bereiten sich die ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen auf diese Aufgabe vor?

Selbstreflexion ist sehr wichtig, damit wir uns nicht in „alte Familiengeschichten“ verstricken lassen. Das gilt auch für den großen Druck, der am Lebensende oft spürbar ist: man kann nichts mehr „aufschieben“, die Zeit ist begrenzt. Die ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen sind gefordert, sich ganz zur Verfügung zu stellen, ein Stück des Weges mitzugehen und sich auch wieder abzugrenzen. Das sind Aufgaben, die ein hohes Maß an (Selbst-)Reflexion brauchen.

Dient Weiterbildung auch dazu, selbst „heil“ zu bleiben?

Ja, und das ist uns auch sehr wichtig. Hospizbegleitung passiert immer an einer Grenze, der letzten und endgültigen Grenze. Während der sterbende Mensch die Aufgabe hat, hinüber zu gehen, in eine andere Welt, ist es die Aufgabe der Hinterbliebenen und der BegleiterInnen, weiter am irdischen Leben teilzunehmen. Das ist nicht immer einfach.

Weiterführende Links:

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Aus Liebe zu den Menschen

16. Februar 2011 | von

„Unsere Gäste lehrten mich das Zuhören und das Stillsein.“ Brita Strassern

Rückblick auf elf Jahre ehrenamtliche Hospizbegleitung

Im Juli des vergangenen Jahres habe ich meine elf Jahre dauernde ehrenamtliche Tätigkeit im Hospiz beendet, die ich 1999 mit der Ausbildung für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen begonnen hatte.

Eintauchen in eine neue Welt

Für mich war das damals der Beginn eines Eintauchens in die Themen Krankheit, Ängste, Schmerzen, Verzweiflung, Auflehnen gegen das Schicksal, Loslassen und Hinübergleiten in eine alle erwartende Ruhe. Unsere Gäste lehrten mich das Zuhören und das Stillsein. Sie lehrten mich aber auch, dass sie tatsächlich den letzten Tagen noch Leben geben möchten. Viele wollen teilhaben am Leben auf der Station, am Musizieren, an der gemeinsamen Jause, an den Gottesdiensten und Ähnlichem mehr.

Ich erinnere mich da an einen sehr ruhigen Gast aus der Steiermark, dem ich – etwas unsicher – den „Steirerbua“ vorsang. Zu meiner Freude fiel er in den Refrain ein und konnte noch eine, uns in Tirol unbekannte, lustige Strophe hinzufügen.

Aber nicht immer war es möglich, so leicht Zugang zu einem Gast zu finden, vor allem dann nicht, wenn der Gast noch Pläne für die Zukunft verwirklichen wollte, durch die Krankheit aber in eine andere Realität geradezu katapultiert wurde.

Zuhören, umarmen und trösten

Ich lernte viele Angehörige kennen, lernte ihnen zuzuhören, sie in den Arm zu nehmen und versuchte, sie zu trösten. Vieles relativierte sich auch in meinem Leben. Es war so manches nicht mehr wichtig, vieles bekam für mich einen anderen Stellenwert.

In unseren regelmäßigen Gruppentreffen mit den anderen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, in Ausflügen mit den Hauptamtlichen und in verschiedenen anderen Geselligkeiten wurden wir zusammengeschweißt, in Fortbildungsseminaren weiter geschult und bei Bedarf in Supervisionen geführt und gefestigt.

Mit Dankbarkeit erfüllt

Ich bin dankbar für die Zeit, die ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin auf der Hospiz- und Palliativstation verbringen konnte, dankbar für alle Erfahrungen, die ich machen durfte, dankbar für die Gäste, denen ich meine Hand reichen konnte. Ich bewundere alle Gäste und ihre Angehörigen, welche nach anfänglichen Kämpfen und ihrem Schmerz des Verlustes loslassen und annehmen konnten, was ihnen ihr Leben bereitet hatte.

Aus persönlichen Gründen habe ich mich im Frühsommer entschlossen, meinen Dienst im Hospiz zu beenden. Ich danke allen, die auch mich begleitet haben, wenn das Schicksal eines Gastes mich stark bewegte.

Ich wünsche allen, die den Hospizgedanken hochhalten, viel Kraft, Güte und vor allem Liebe. Denn nur die Liebe zu den Menschen in ihrer Krankheit und ihrem Leid kann helfen, dass das Hospiz das bleibt, was es ist: eine Zuflucht für Schutz- und Hilfesuchende.

Eure Brita Strassern, Erhnamtliche Mitarbeiterin

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Vernissage auf der Hospiz- und Palliativstation Innsbruck

14. Februar 2011 | von

Am vergangenen Freitag, den 11. Februar 2011, fand eine beeindruckende Vernissage auf der Hospiz- und Palliativstation in Innsbruck statt. Edith Scherkl, die vom mobilen Hospiz- und Palliativteam der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft betreut wird, freute sich über die zahlreichen Gäste und das große Interesse an ihren Bildern.

Im Folgenden einige Bildimpressionen von einem besonderen Abend:

Edith Scherkl mit ihrem Ehemann

Elisabeth Draxl (Pflegedienstleitung der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) bei der Begrüßungsansprache

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Nachlese: Seminare leiten – Didaktik von Palliative Care

25. Januar 2011 | von

Damit möglichst viele Menschen vom Wissen und der Erfahrung, die wir in der Begleitung und Behandlung von schwerkranken Menschen sammeln, profitieren können, legt die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft großen Wert auf die Schulung ihrer ReferentInnen. Diese sind wichtige Botschafter und Multiplikatorinnen und vermitteln in vielfältigen Veranstaltungen, Vorträgen, Seminaren ihre Kompetenzen an KollegInnen aller Berufssparten.

Am 20.1.2011 trafen sich 17 Personen, darunter Ärzte, ÄrztInnen, Pflegende, eine Sozialarbeiterin sowie eine Psychotherapeutin, die alle auch als ReferentInnen ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zur Verfügung stellen. Es war ein reger Austausch mit dem Ziel, (neue) Methoden zur Vermittlung von Fachwissen kennenzulernen und zu optimieren. Das Schwerpunkthema des Tages war "Schmerzen". Schmerzen gehören zu den gefürchtetsten und gleichzeitig häufigsten Symptomen schwer kranker und sterbender Menschen.

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Jahresabschiedsritual des Mobilen Teams

18. Januar 2011 | von  | 5 Kommentare

Die hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Mobilen Hospiz- und Palliativteams trafen sich am 12. Jänner 2011 zum Jahresabschiedsritual am Innufer in Innsbruck.

Vorbereitungsarbeiten vor dem Ritual

Am Anfang wurde gemeinsam gesungen …

… und eine kurze Einstimmung vorgelesen.

Es wurde geräuchert.

Der Name jedes Verstorbenen im Jahr 2010 wurde von den Teammitgliedern auf einen Stein geschrieben.

Die Namen wurden von den Teammitgliedern vorgelesen …

… und jeder Stein wurde einzeln dem Inn übergeben.

Als Zeichen des Abschiedes wurden auch Kerzenboote ins Wasser gesetzt …

… die sich auf ihren letzten Weg machten.

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