Tagebuch

„Ohne auf die Uhr zu schauen…“

29. Juli 2014 | von
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„Vor einiger Zeit meldeten sich an einem Wochenende die Angehörigen eines an Demenz erkrankten Patienten, den wir als Mobiles Hospiz- und Palliativteam schon längere Zeit betreuten“, erzählt Maria Schmidt, Krankenschwester im Mobilen Team. Der ältere Mann wurde von seiner Familie und einer 24-Stunden-Pflegerin schon über einen langen Zeitraum begleitet. Auf ganz spezielle Weise war er sehr präsent und bekam trotz seiner Erkrankung noch ganz genau mit, was um ihn geschah.

Nach einem Klinikaufenthalt und ein paar Tagen auf der Intensivstation holte die Familie ihren Vater wieder nach Hause. Das alltägliche Leben wurde wieder aufgenommen. An besagtem Wochenende rief die Tochter an, weil es ihrem Vater zusehends schlechter ging. Ein Infekt und akute Atemnot machten der ganzen Familie große Sorgen. „Die Tochter schaffte es nicht alleine zu entscheiden, ob sie ihm zur Behandlung seines Infektes noch ein Antibiotikum geben sollte oder nicht“, beschreibt Maria Schmidt die schwierige Situation: „Sie waren hin- und hergerissen.“

Maria Schmidt fuhr dann mit der diensthabenden Ärztin zur Familie, um ihr zu helfen. „Ganz interessant war, dass der Erkrankte am Vortag gesagt hatte, ‚ich mag jetzt nicht mehr. Ich will sterben‘“, erzählt Maria Schmidt. „Im Gespräch mit ihm zeigte sich aber, dass er sich selbst zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sicher war, was er will.“ Aus dieser Unsicherheit heraus entschied sich die Familie gemeinsam, das Antibiotikum zu geben. „Durch das Antibiotikum ging es ihm kurz besser “, erzählt Maria Schmidt weiter, „am Abend wurde er dann wieder viel schwächer. In dieser Situation war es für mich wichtig, mit der Familie zu reden und sie auf den kommenden Abschied vorzubereiten, den Verwandten klarzumachen, dass er bald sterben könnte.“

Nach langen und intensiven Gesprächen wurde die Familie schließlich ruhiger. Die große Unruhe des Wochenendes legte sich und die Situation stabilisierte sich zusehends. „Am Dienstag ist er dann ruhig und im Kreise seiner Familie verstorben“, sagt Maria Schmidt.

Zeit schenken im Abschied

Mit Ihrer Spende schenken Sie uns die Freiheit, individuell und ohne auf die Uhr zu schauen für die Betroffenen da sein zu können. Helfen auch Sie mit, dass schwer kranke Menschen in ihrer letzten Zeit liebevoll und ganzheitlich begleitet werden. Vielen Dank!

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Meditationswanderung auf den Thierberg – Sommerabschluss der Hospizgruppe Kufstein und Wörgl

29. Juli 2014 | von
Meditationswanderung

Die Hospizgruppen Kufstein und Wörgl veranstalteten vor der Sommerpause einen gemeinsamen Abschluss. Die Regionalbeauftragte, Sabine Zangerl, gestaltete eine Meditaionswanderung mit Besinnungsstationen auf den Thierberg:

 

„Vieles in unserem Leben ist zur Routine geworden. Den Spaziergang auf den Thierberg wollten wir nützen für eine Auszeit für uns selber. Abseits unserer Alltagsroutine, Pflichten und immer volles Programm sollte jeder im Schweigen ganz bei sich sein und die Alltagshektik ablegen können. In Ruhe und Stille zu gehen, ganz bei sich zu sein um Klarheit der eigenen Gedanken zu bekommen war die erste Station der Besinnung. In der zweiten Station ging es darum den Kontakt zu sich selber zu finden und zu spüren, wo ist meine Basis, wo bin ich geerdet? Wo habe ich meine Wurzeln für Wachstum, innere Stabilität und Energie?

Bei der letzten Station der Meditationswanderung ging es darum in der Stille und im Schweigen sich selber nahezukommen und sich kennen zu lernen, Vertrauen zu sich selber zu erfahren. In der Stille kommen wir in Kontakt mit uns Selbst. Wenn wir uns selber schweigend begegnen, hören wir die Sprache des Herzens und nehmen wahr, was jenseits unserer Worte liegt. „Wenn der Mund still ist, kann sich unser Herz öffnen!“ (Sprichwort). Öffnen für die Bedürfnisse anderer Menschen und meine Ohren öffnen für ein empathisches Dasein und Zuhören.“

In der Thierberg-Kapelle gestalteten die beiden ehrenamtlichen Gruppenleitungen Judit Bretterklieber und Patricia Engl eine nette Gedenkfeier. Wir dankten für die gelungen Begleitungen und wünschten uns viel Energie und Freude für die kommenden Aufgaben und für die Gemeinschaft in der Hospizgruppe. Jede Mitarbeiterin hatte die Gelegenheit für ihr persönliches Anliegen eine Kerze anzuzünden.

Bruder Konrad, der für unsere Feier alles vorbereitet hat möchten wir für seinen herzlichen Empfang am Thierberg von ganzem Herzen „Vergelt´s Gott“ sagen. Auf dem Rückweg gab es einen angeregten Austausch und im Anschluss einen schönen Abschluss bei einer gemeinsamen Jause im Gasthof Neuhaus. Allen Mitarbeiterinnen eine erholsame und schöne Sommerzeit.

Sabine Zangerl, Regionalbeauftragte

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Lachen und Weinen – Hospiz in der Schule

28. Juli 2014 | von
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Die Hospizgruppe Mittleres Oberinntal-Mieminger Plateau war Ende Juni in der Neuen Mittelschule in Mieming zu Gast. Maria Kail und Martha Stocker gestalteten einen Vormittag zum Thema „Lachen und Weinen – Leben und Sterben“.

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Wir sagen Danke – Lions Charity Golf-Turnier Kitzbühel

28. Juli 2014 | von
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Am Samstag, den 26. Juli, fand das Lions Charity Golf-Turnier in Kitzbühel statt. Der Lions Club Kitzbühel und der Lions Club München Opera sammelten im Rahmen der Veranstaltung für die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft.

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